Bittere Statistik für Neuer: Fünf Gegentore ohne Parade

Tim Schoster
Foto: IMAGO

Für Manuel Neuer wurde das spektakuläre Halbfinal-Hinspiel der Champions League bei Paris Saint-Germain zu einem Abend, der statistisch heraussticht – und dennoch nur bedingt seine Leistung widerspiegelt. Beim wilden 4:5 im Prinzenpark geriet der Bayern-Kapitän immer wieder in Situationen, in denen er kaum eingreifen konnte.


Dabei begann die Partie aus Münchner Sicht vielversprechend. Der FC Bayern ging früh in Führung, verlor im weiteren Verlauf jedoch zunehmend die defensive Stabilität. PSG nutzte die sich bietenden Räume konsequent aus und zeigte eine beeindruckende Effizienz vor dem Tor.

Für Neuer bleibt am Ende eine bemerkenswerte Zahl stehen. Laut ESPN ist der 40-Jährige der erste Torhüter in den vergangenen 16 Champions-League-Spielzeiten, der in einem K.o.-Spiel fünf oder mehr Gegentore kassierte, ohne dabei einen einzigen Schuss zu parieren.

Statistik täuscht über Spielverlauf hinweg

Auf den ersten Blick wirkt diese Bilanz verheerend, doch sie erzählt nur einen Teil der Geschichte. Die Abschlüsse der Pariser waren nahezu perfekt gesetzt. Khvicha Kvaratskhelia traf zweimal präzise, Ousmane Dembélé verwandelte zunächst sicher vom Punkt und legte später mit einem flachen Abschluss über den Innenpfosten nach. João Neves traf per Kopf nach einer Ecke.

Für Neuer bedeutete das: kaum Möglichkeiten, sich auszuzeichnen. Die meisten Abschlüsse kamen aus kurzer Distanz oder in Momenten, in denen die Defensive nicht entscheidend eingreifen konnte.

Gerade deshalb unterscheidet sich dieser Auftritt deutlich von anderen Spielen. Anders als etwa im Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid, als Neuer bei Gegentoren unglücklich wirkte, war er in Paris weitgehend machtlos.

Fokus auf das Rückspiel

Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack. Fünf Gegentore in einem Champions-League-Halbfinale sind für einen Torhüter seines Kalibers eine schwere Hypothek – unabhängig von der individuellen Schuldfrage.

Für den FC Bayern ergibt sich daraus eine klare Aufgabe für das Rückspiel in München. Offensiv haben die Münchner ihre Klasse eindrucksvoll unter Beweis gestellt, defensiv jedoch müssen sie deutlich stabiler agieren – auch, um ihren Kapitän besser zu unterstützen.

Trotz der Niederlage ist die Ausgangslage weiterhin offen. Vier Auswärtstore halten die Bayern im Rennen um das Finale. Und auch für Manuel Neuer bietet sich in der Allianz Arena die Chance, dieses Kapitel mit einer starken Leistung neu zu schreiben.

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