Beim FC Bayern wächst wenige Tage vor dem DFB-Pokalfinale die Sorge um Manuel Neuer. Nach seinen muskulären Problemen in der linken Wade ist ein Einsatz gegen den VfB Stuttgart alles andere als sicher.
Eigentlich dreht sich die Diskussion rund um den Bayern-Kapitän aktuell vor allem um die Weltmeisterschaft und ein mögliches DFB-Comeback. Doch intern beschäftigt die Münchner derzeit ein viel kurzfristigeres Problem: Wird Neuer am Samstag überhaupt im Berliner Olympiastadion zwischen den Pfosten stehen können?
Sportvorstand Max Eberl äußerte sich bei der Meisterfeier auf dem Münchner Marienplatz vorsichtig optimistisch. „Die kleine Verletzung ist jetzt schade, weil nächste Woche das Pokalfinale ist. Wir haben noch Hoffnung“, erklärte der 52-Jährige.
Gleichzeitig vermied Eberl jedoch eine echte Entwarnung. „Wir hoffen, dass er am Samstag vielleicht im Tor stehen kann“, ergänzte der Bayern-Boss.
Allein die Wortwahl zeigt bereits: Eine sichere Prognose kann aktuell offenbar niemand abgeben.
Keine strukturelle Verletzung – trotzdem wird es eng
Immerhin gibt es intern leichte Entwarnung. Nach Informationen der BILD soll bei Neuer keine strukturelle Muskelverletzung wie ein Muskelfaserriss festgestellt worden sein.
Theoretisch wäre ein Einsatz im Pokalfinale damit weiterhin möglich. Trotzdem wird die Zeit knapp.
Vor allem zu Beginn der Trainingswoche wollen die Bayern bei ihrem Kapitän offenbar keinerlei Risiko eingehen. Gerade mit Blick auf die Weltmeisterschaft und Neuers Verletzungshistorie soll äußerste Vorsicht gelten.
Der 40-Jährige hatte sich beim 5:1 gegen den 1. FC Köln in der 60. Minute selbst auswechseln lassen. Im BR-Interview erklärte Neuer anschließend offen: „Ich hatte dort schon ein bisschen Probleme mit dem Wadenmuskel.“
Deshalb habe er „keine weiteren Risiken eingehen“ wollen.
Besonders sensibel ist die Situation auch deshalb, weil die Beschwerden erneut am linken Bein auftraten – jenem Bein, an dem Neuer sich nach seinem schweren Skiunfall Ende 2022 mehrere Brüche zugezogen hatte.
Bayern braucht Neuer im Finale

Intern gilt das Pokalfinale gegen Stuttgart als enorm wichtig. Nach dem Champions-League-Aus gegen Paris Saint-Germain soll das Double die starke Saison endgültig vergolden. Gerade in großen Spielen hat der Weltmeister von 2014 in dieser Saison gezeigt, dass er nach wie vor abliefern kann.
Die Wade beeinflusst allerdings nicht nur die Bayern-Planungen. Am Donnerstag gibt Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen WM-Kader bekannt.
Eine schnelle und klare Verbesserung in den kommenden Tagen könnte deshalb entscheidend werden – sowohl für das Pokalfinale als auch für Neuers mögliche Rückkehr ins DFB-Tor.
Klar scheint aktuell vor allem eines: Beim FC Bayern beginnt eine Zitterpartie gegen die Zeit.

