Davies-Ersatz? Darum beschäftigt sich Bayern mit Nathaniel Brown

Vjekoslav Keskic
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Der FC Bayern beschäftigt sich intensiv mit Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt. Der 22-Jährige gilt intern als äußerst spannendes Profil – allerdings gibt es neben vielen Pro-Argumenten auch einige offene Fragen rund um einen möglichen Transfer.

Wie SPORT1 zuletzt berichtete, fanden bereits erste Gespräche rund um den Frankfurter Linksverteidiger statt. Besonders die anhaltenden Verletzungsprobleme von Alphonso Davies haben die Diskussion an der Säbener Straße offenbar deutlich intensiviert.


Sportlich würde Brown hervorragend zum Spielstil von Vincent Kompany passen. Der Frankfurter überzeugt mit enormem Tempo, hoher Dynamik und großem Offensivdrang. Mit 35,78 km/h gehörte er in der abgelaufenen Bundesliga-Saison zu den schnellsten Spielern der Liga.

Hinzu kommen starke technische Fähigkeiten und ein mutiges Eins-gegen-eins-Spiel. 20 direkte Torbeteiligungen in 75 Pflichtspielen für die Eintracht unterstreichen seine offensive Qualität eindrucksvoll.

Besonders interessant für die Bayern: Defensiv zählt Brown statistisch zu den stärksten Außenverteidigern Europas im Bereich der Bodenzweikämpfe.

Davies-Problematik beschäftigt Bayern

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Situation rund um Alphonso Davies. Der Kanadier gehört zwar weiterhin zu den besten Linksverteidigern der Welt, kämpft allerdings seit längerer Zeit immer wieder mit Verletzungen. Intern soll deshalb sogar über verschiedene Zukunftsszenarien diskutiert werden.

Brown könnte dabei sowohl als Konkurrenzkampf-Lösung als auch perspektivisch als möglicher Nachfolger aufgebaut werden.

Ein Brown-Transfer hätte zudem Auswirkungen auf mehrere andere Positionen im Kader. Konrad Laimer und Tom Bischof müssten nicht länger regelmäßig als Notlösungen hinten links aushelfen und könnten wieder verstärkt im Mittelfeld eingesetzt werden.

Auch Josip Stanisic würde dadurch häufiger im Abwehrzentrum gebraucht werden können.

Gerade diese Flexibilität spielt unter Vincent Kompany eine enorme Rolle.

DFB-Aspekt spricht ebenfalls für Brown

Nathaniel Brown
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Hinzu kommt ein weiterer Faktor, der beim FC Bayern traditionell wichtig ist: der deutsche Nationalspieler-Block. Brown dürfte aller Voraussicht nach im WM-Kader von Julian Nagelsmann stehen. Die Münchner legen seit Jahren großen Wert darauf, möglichst viele DFB-Spieler im eigenen Kader zu haben.

Es gibt aber auch Zweifel

Trotz aller positiver Aspekte existieren intern offenbar auch kritische Stimmen. Vor allem Browns Luftzweikampfverhalten gilt als ausbaufähig. Mit nur rund 43 Prozent gewonnenen Kopfballduellen zählt er in diesem Bereich nicht zu den stärksten Außenverteidigern Europas.

Auch seine Flankenqualität wird teilweise kritisch bewertet.

Das größte Problem bleibt allerdings der Preis. Eintracht Frankfurt soll zuletzt bis zu 65 Millionen Euro gefordert haben – eine Summe, die selbst innerhalb der Bayern-Führung für Diskussionen sorgt. Gerade wenn Brown zunächst nicht als unumstrittener Stammspieler eingeplant wäre, dürfte der Aufsichtsrat um Uli Hoeneß sehr genau hinschauen.

Zudem stellt sich die Frage, wie ein Brown-Transfer die Entwicklung eigener Nachwuchsspieler beeinflussen würde. Mit Deniz Ofli und Maximilian Hennig verfügen die Bayern bereits über zwei vielversprechende Linksverteidiger aus dem eigenen Nachwuchsbereich.

Ein teurer Transfer könnte deren Weg in die Profi-Mannschaft deutlich erschweren.

Klar ist dennoch: Brown bleibt ein Thema an der Säbener Straße – gerade weil er viele Eigenschaften mitbringt, die perfekt zum modernen Bayern-Fußball unter Vincent Kompany passen.

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