Das WM-Aus von Lennart Karl beschäftigt nicht nur die deutsche Nationalmannschaft, sondern auch den FC Bayern. Der 18-Jährige hatte sich kurz vor Turnierbeginn einen Muskelbündelriss zugezogen und muss die Weltmeisterschaft verpassen. Nun hat sich Bayern-Präsident Herbert Hainer erstmals ausführlich zur Verletzung des Offensivtalents geäußert – und dabei bewegende Worte gefunden.
Die Enttäuschung über das verpasste WM-Turnier dürfte bei Lennart Karl noch lange nachwirken. Der Bayern-Youngster galt als einer der großen Gewinner der vergangenen Monate und hatte sich mit starken Leistungen in den Fokus von Bundestrainer Julian Nagelsmann gespielt.
Umso bitterer war die Diagnose kurz vor dem Turnierstart. Ein Muskelbündelriss im Adduktorenbereich zwang den 18-Jährigen zur vorzeitigen Abreise aus dem DFB-Quartier und beendete seinen Traum von der ersten Weltmeisterschaft abrupt.
Auch beim FC Bayern wurde die Nachricht mit großem Bedauern aufgenommen. Im Rahmen eines Fanclub-Treffens äußerte sich Präsident Herbert Hainer nun gegenüber der BILD erstmals ausführlich zum Schicksal des Nachwuchsspielers.
„Natürlich tut mir Lennart unglaublich leid, der sich wunderbar entwickelt hat. Für einen so jungen Spieler ist die Teilnahme an der Weltmeisterschaft natürlich das Größte“, erklärte Hainer.
Hainer würdigt Karls außergewöhnlichen Aufstieg
Besonders beeindruckt zeigt sich der Bayern-Präsident von der Entwicklung, die Karl innerhalb kürzester Zeit genommen hat.
„Wir alle hätten ihn gerne bei der Weltmeisterschaft gesehen, denn Lennart steht für eine wunderbare Geschichte: innerhalb nur einer Saison als Nachwuchstalent aus der FC-Bayern-Akademie direkt zur Weltmeisterschaft. Er zeigt, was beim FC Bayern möglich ist“, betonte Hainer.
Tatsächlich gilt Karl vereinsintern als Musterbeispiel für den erfolgreichen Weg vom Campus zu den Profis. Mit starken Leistungen in der Nachwuchsabteilung empfahl sich der Offensivspieler zunächst für höhere Aufgaben, ehe ihm schließlich auch der Sprung in die Nationalmannschaft gelang.
Die verpasste Weltmeisterschaft stellt daher den ersten großen Rückschlag in seiner noch jungen Karriere dar.
Persönliche Nachricht vom Bayern-Präsidenten

Hainer ließ es sich nach Bekanntwerden der Diagnose nicht nehmen, den Spieler persönlich zu kontaktieren. „Ich habe ihm eine WhatsApp-Nachricht geschickt und ihm gesagt, dass er jetzt nach vorne schauen muss, egal wie groß die Enttäuschung auch sein mag“, verriet der Bayern-Boss.
Gleichzeitig machte Hainer deutlich, dass er keinerlei Zweifel an der weiteren Entwicklung des Talents hat. „Denn er hat eine so großartige Zukunft vor sich“, erklärte der 71-Jährige.
Um Karl zusätzlich Mut zu machen, verwies Hainer auf ein aktuelles Beispiel aus den eigenen Reihen. „Lennart wird bei uns medizinisch bestens versorgt, und er hat in seiner eigenen Mannschaft ein Beispiel dafür, wie schnell sich die Dinge verbessern können: Aleks Pavlović fiel vor zwei Jahren kurz vor der EM aus – und heute ist er Stammspieler in der Nationalmannschaft.“
Damit erinnert Hainer an den bemerkenswerten Weg seines Mittelfeldspielers, der nach einer schweren Enttäuschung eindrucksvoll zurückgekommen ist und inzwischen zu den wichtigsten Akteuren im DFB-Team zählt.
Auch bei Karl hoffen die Verantwortlichen auf eine ähnliche Entwicklung. Nach der ersten Enttäuschung richtet sich der Blick nun auf die Rehabilitation. Die Prognosen sind dabei durchaus positiv. Nach aktuellem Stand könnte der Offensivspieler bereits im Laufe des Julis wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.
Für den FC Bayern steht ohnehin außer Frage, dass Lennart Karl weiterhin zu den größten Zukunftshoffnungen des Vereins gehört. Die Worte von Herbert Hainer machen deutlich, wie groß das Vertrauen in den 18-Jährigen trotz des bitteren Rückschlags weiterhin ist.

