Die Hängepartie um Alphonso Davies geht bei der WM 2026 in die nächste Runde. Der Linksverteidiger des FC Bayern trainierte zuletzt nur eingeschränkt und bleibt vor Kanadas zweitem Gruppenspiel ein Wackelkandidat. Ein Einsatz gegen Katar ist offen.
Für den FC Bayern ist die Lage seines Stars bei der Heim-WM von besonderem Interesse. Davies laboriert seit Anfang Mai an einem Muskelbündelriss, den er sich im Champions-League-Halbfinale zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain zugezogen hatte. Seitdem fehlt dem 25-Jährigen die Spielpraxis.
Wie The Canadian Press berichtet, wärmte sich der Außenverteidiger am Dienstag im Training mit der kanadischen Auswahl auf, lief und spielte Pässe. Den Rest der Einheit absolvierte das Team ohne die Medien. Ein vollwertiges Mannschaftstraining war es für Davies also noch nicht.
Beim WM-Auftakt blieb dem Kapitän nur die Zuschauerrolle. Kanada kam in Toronto gegen Bosnien-Herzegowina nicht über ein 1:1 hinaus. Am Freitag (0 Uhr MEZ) trifft der Co-Gastgeber im zweiten Gruppenspiel in Vancouver auf Katar – ein Ort mit besonderer Bedeutung für Davies.
Marsch verbreitet Optimismus
Kanadas Nationalcoach Jesse Marsch hatte zuletzt Zuversicht ausgestrahlt, dass sein Kapitän im weiteren Verlauf der Gruppenphase noch eingreifen könnte. „Wir haben gestern ein MRT gemacht. Das hat sehr positive Zeichen gezeigt, dass er unglaublich gut heilt. Fast komplett. Wir werden die Dinge jetzt steigern. Er wird nicht für morgen verfügbar sein. Aber ich glaube, dass er zeigt, dass er sich wirklich gut von Muskelverletzungen erholt“, sagte der US-Amerikaner.

Vizekapitän Stephen Eustáquio mochte dagegen keine Prognose abgeben: „Ich weiß nicht, ob er spielen kann. Ich meine, er hat nicht mit uns trainiert“, erklärte er und betonte: „Aber was ich sagen kann: Was er der Mannschaft bringen kann, ist seine Führungsstärke, die für uns sehr wichtig ist.“
Bayern schaut bei Davies genau hin
Ein Auftritt ausgerechnet in Vancouver wäre für Davies emotional aufgeladen. Bei den dort beheimateten Whitecaps reifte der pfeilschnelle Linksfuß zum Profi, ehe er im Januar 2019 zum FC Bayern wechselte und in München durchstartete. In den vergangenen beiden Spielzeiten warfen ihn jedoch immer wieder Verletzungen zurück.
An der Säbener Straße verfolgt man die Situation mit großer Aufmerksamkeit. Bereits im Zuge der Kreuzbandverletzung im Frühjahr 2025 hatte es zwischen dem FC Bayern und dem kanadischen Verband Ärger gegeben. Wie weit die Belastungssteuerung bei Davies während der WM geht, dürfte die Münchner deshalb umso genauer interessieren.

