Als beim FC Bayern die Planungen für den Transfersommer begannen, war viel die Rede davon, dass ein Spieler für den linken Flügel ebenso kommen soll wie ein Backup für Harry Kane und ein Außenverteidiger. Die Dinge haben sich seitdem ein wenig geändert.
Das hat aber nichts mit einer etwaigen Planlosigkeit beim Rekordmeister zu tun, im Gegenteil. Sondern eher mit Marktgelegenheiten, die man nun ergriffen hat. Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt soll für die linke Seite kommen und könnte aufgrund seiner Flexibilität dafür sorgen, dass er mehrere Positionen abdeckt.
Gleichzeitig ermöglicht er es Alphonso Davies, mehr Ruhephasen zu bekommen und womöglich auch einmal offensiver zu spielen. Das liegt ohnehin in dessen Naturell.
Und auch Ismael Saibari von der PSV Eindhoven, der digital bereits unterschrieben haben soll, aber dessen Wechsel erst im Juli verkündet wird, hat einen Einfluss auf die Bayern-Planungen.
Der Backup für den Sturm wird überflüssig
Insbesondere in einem Sommer, in dem man beim FC Bayern wieder einmal ganz genau hinschaut, wenn es um die finanzielle Balance geht, müssen die Investitionen sitzen. Für Saibari, der bei der WM bisher groß aufspielt, 55 Millionen Euro zu investieren, ist da eine Ansage.
Doch es ergibt Sinn. Vor allem, weil sich Bayern dadurch einen Transfer sparen kann. Nämlich den des Backups für Harry Kane im Sturm. Gerüchte gab es zuletzt auch eher wenige und wenn, dann ging es dabei um Dusan Vlahovic von Juventus. Das Problem bei ihm ist aber, dass er trotz auslaufendem Vertrag teuer ist und die Rolle als Nummer zwei vielleicht auch nicht durchgehend akzeptieren würde.

Bei Nicolas Jackson war derweil recht schnell klar, dass die Leihe nicht verlängert wird und man ihn auch nicht fest verpflichtet. Durch Saibari, der für Marokko auch zeitweise als eine Art falsche 9 spielte und generell auch als hängende Spitze oder 10er eingesetzt werden kann, verändert sich die Gemengelage.
Mehr Flexibilität in der Bayern-Offensive
Der 25-Jährige sorgt schlicht für mehr Flexibilität. Bayern kann nicht nur Davies, sondern auch mal Jamal Musiala auf links zeihen. Er würde von dort eher als spielmachender Flügel agieren. Hinzu kommt, dass der Saibari-Deal auch Serge Gnabry ermöglicht, häufiger mal im Sturm aufzutauchen. Und schon hat man zwei Optionen für den Kane-Ersatz.
Nun mag dem ein oder anderen eine gewisse Physis im Zentrum fehlen, wenn Kane nicht dabei ist. Aber das Spiel des Rekordmeisters ist gar nicht mal so sehr darauf angelegt. Das sieht man auch daran, dass Kane sich häufig fallen lässt und das Spiel aus der Tiefe initiiert.
Hinzu kommt: Mit dieser Flexibilität im Kader kann man auch jungen Spielern die Chance geben, sich punktuell zu zeigen. Denn mehrere Spieler, die mehrere Positionen abdecken können, bedeuten auch eine geringere Gesamtgröße im Kader. Das ist beim FC Bayern ohnehin auch ein Thema, weil der Campus weiter gefördert werden soll.

