Tarek Buchmann galt lange als eines der größten Abwehrtalente des FC Bayern. Doch der 21-Jährige kommt einfach nicht zur Ruhe – die nächste schwere Verletzung wirft ihn erneut zurück.
Es sollte ein Neustart werden. Unter dem neuen Trainer Dante hatte Buchmann mit der zweiten Mannschaft des Rekordmeisters die Vorbereitung auf die kommende Saison begonnen. Dann folgte schon wieder die nächste Hiobsbotschaft: Der Innenverteidiger zog sich einen Syndesmoseriss zu und wurde bereits operiert. Vor ihm liegt eine monatelange Rehabilitation.
Es ist die achte Verletzung innerhalb von nur vier Jahren. Erst vor rund vier Monaten hatte Buchmann nach langer Leidenszeit sein Comeback gefeiert – nun beginnt der mühsame Weg zurück von vorn. An der Säbener Straße zweifelt dabei niemand an seiner Qualität. Es sind allein die Verletzungen, die den hochveranlagten Verteidiger immer wieder ausbremsen.
Vom „Mini-Boateng“ zum Dauerpatienten
Mit 14 Jahren wechselte Buchmann von der Augsburger Jugend in den Nachwuchs des FC Bayern. In der Saison 2022/23 durfte der Abwehrspieler erstmals bei den Profis reinschnuppern. Der damalige Sportvorstand Hasan Salihamidzic sah ihn als festen Bestandteil des Profikaders vor, im Winter-Trainingslager in Katar überzeugte der Youngster auch den damaligen Trainer Julian Nagelsmann.
Der 1,88 Meter große Verteidiger fiel mit Ruhe am Ball, aggressivem Zweikampfverhalten und mutigem Auftreten auf. Trainer und Mitspieler am Campus tauften ihn „Mini-Boateng“, weil seine Spielweise an Ex-Weltmeister Jerome Boateng erinnerte. Deutschlandweit galt Buchmann als einer der talentiertesten Innenverteidiger seiner Altersklasse.
Eine Verletzungshistorie mit erschreckender Regelmäßigkeit
Der Durchbruch aber blieb aus. Schon 2022 zog sich Buchmann einen Außenbandriss zu. Im September 2023 folgte ein Muskelbündelriss am Oberschenkel – der zweite innerhalb von nur zwei Monaten. Kurz vor seinem Comeback im November kam im Training der dritte hinzu. Nach einer Operation zog er sich in der Reha an derselben Stelle einen Muskelriss zu, es folgte der nächste Eingriff. Die Karriere stand zwischenzeitlich sogar auf der Kippe.

Am 22. Februar 2025 gab er nach 540 Tagen Leidenszeit sein Comeback – nur wenige Tage später verletzte er sich im Regionalligaspiel gegen Würzburg an der linken Schulter. Operation und Saisonaus waren die Folge. In der vergangenen Saison lieh der 1. FC Nürnberg den Verteidiger aus, doch schon Anfang September fiel er mit einer Fußverletzung monatelang aus. Sein Zweitliga-Debüt für die Franken gab er erst am 14. März 2026, am Ende reichte es für nur zwei Einsätze.
Weil die Verletzungen kein Ende nehmen, kommt Buchmann bislang erst auf sechs Spiele für die U23 der Münchner. In gesunden Phasen fand er sich bei den Profis wieder, im Januar und Februar 2025 stand er zweimal im Champions-League-Kader. Für ein Pflichtspiel im Profitrikot reichte es aber noch nie. Nach dem erneuten Rückschlag rückt das ersehnte Profidebüt für den FC Bayern damit ein weiteres Stück in die Ferne.

