Gianni Infantino, der Präsident des Weltverbands FIFA, stand schon während der Weltmeisterschaft im Sommer häufig in der Kritik. Und auch nach dem Turnier schreibt er alles andere als positive Schlagzeilen. Jetzt äußert sich ein Bayern-Funktionär zu den Plänen des FIFA-Bosses.
Doch worum geht es genau? Infantino hat laut einem Times-Bericht den Plan, Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Das soll dafür sorgen, zahlreiche Millionen an Einnahmen zu generieren.
Zudem soll Infantino dadurch seine eigene Macht und seinen Einfluss steigern können. Demnach sähe der Infantio-Plan vor, dass eine Gesellschaft gegründet wird, die im Endeffekt sowohl die WM als auch die Klub-WM kontrolliert. Und auch Investoren sind schon gefunden, unter anderem um nahen Umfeld von US-Präsident Trump.
Eberl attackiert Infantino
Damit noch nicht genug, der FIFA-Boss setzt nun auch die Verbände unter Druck. In einem Schreiben erläuterte er genau die finanziellen Vorteile, die sich daraus ergeben, privaten Investoren den Erwerb von Anteilen am Turnier zu gestatten, und erklärt, dass eine Entscheidung bis zum 19. September getroffen werden müsse.

Im Endeffekt ist das nicht mehr und nicht weniger als Erpressung. Diese Thematik schlägt aktuell hohe Wellen, die UEFA hat sich bereits in einem Statement geäußert und diese Pläne kritisiert, gleiches gilt für Hans-Joachim Watzke, der sagte: „Viele im europäischen Fußball sehen die Pläne der FIFA als absoluten Angriff auf den Fußball an. Diese Haltung teile ich. Hier wird eine Grenze überschritten.“
Und auch Max Eberl, der Sportvorstand des FC Bayern, ist mit den Infantino-Plänen alles andere als einverstanden. Im Rahmen des Trainingslagers des Rekordmeisters am Tegernsee äußerte er sich und zwar deutlich.
„Ehrlicherweise finde ich es beschämend. Ich schäme mich dafür, dass wir im Fußball über solche Gedanken reden. Die FIFA ist für mich dafür da, dieses Spiel zu begleiten, Weltmeisterschaften auszurichten. Ich habe das Gefühl, dass sie aber nur Profit machen will, es nur um das Geld geht. Ich fühle mich als Kind des Fußballs, selbst mich, der im Fußball zuhause hat, ekelt das. Mich ekelt das“, so Eberl bei der Vorstellung von Nathaniel Brown, dem Neuzugang des Rekordmeisters.
Und er befürwortet auch mögliche Konsequenzen: „Ich bin ein Freund vom Dialog, aber ich bin der Meinung, wenn es wirklich so kommt, dass wir als Europa, dass die UEFA, auch von einem Boykott sprechen muss.“

