Die gescheiterten Investorenpläne der FIFA haben weltweit für heftige Diskussionen gesorgt. Während sich zahlreiche Funktionäre und Vereinsvertreter klar gegen das Vorhaben positionierten, schlägt Vincent Kompany deutlich leisere Töne an. Der Trainer des FC Bayern machte vor dem Testspiel gegen Aston Villa klar, dass er sich erst umfassend mit dem Thema beschäftigen möchte, bevor er sich öffentlich festlegt.
Die Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino, Anteile an einer neuen Gesellschaft für die Vermarktung und Organisation der Wettbewerbe an private Investoren zu verkaufen, sorgten zuletzt für massive Kritik. Nach Boykottdrohungen mehrerer Kontinentalverbände zog der Weltverband das Vorhaben zunächst wieder zurück.
Auch beim FC Bayern ist das Thema angekommen. Vor dem Testspiel gegen Aston Villa wurde Vincent Kompany erstmals auf die Debatte angesprochen.
Kompany will sich erst umfassend informieren
Der Belgier machte deutlich, dass er durchaus eine eigene Haltung zu dem Thema hat, sich derzeit aber bewusst mit einer öffentlichen Bewertung zurückhält.
„Ich habe eine starke Meinung dazu. Aber zum Start dieser Vorbereitung war es nicht direkt in meinem Fokus. Ich lese immer mal wieder etwas darüber, bin aber nicht so tief im Thema. Daher möchte ich nicht noch eine Meinung in die Welt setzen – das ist im Moment nicht meine größte Sorge“, erklärte der Bayern-Coach.
Kompany betonte, dass er sich zunächst intensiver mit den Hintergründen beschäftigen wolle.
„Aber es passiert dort etwas, das ist alles, was ich beitragen kann. Ich möchte mich nicht einreihen in die lange Liste der Menschen, die eine Meinung abgegeben haben. Ich würde mich gern tief einlesen in das Thema, bevor ich hier etwas sage. Mein Fokus liegt gerade mehr auf dem eigenen Team.“
Bayern-Bosse übten deutliche Kritik

Mit seiner zurückhaltenden Haltung unterscheidet sich Kompany von mehreren Verantwortlichen des FC Bayern. Präsident Herbert Hainer hatte die Investorenpläne zuletzt scharf kritisiert und das Vorhaben als übertriebene Kommerzialisierung des Fußballs bezeichnet. Auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Sportvorstand Max Eberl äußerten sich ablehnend.
Die FIFA hatte Ende Juli angekündigt, mit der FIFA Forward Enterprise eine neue Gesellschaft gründen zu wollen, in der sämtliche kommerzielle Aktivitäten und die Organisation der Turniere gebündelt werden sollten. Durch den Verkauf von Anteilen an Investoren wollte der Weltverband zusätzliche Milliarden-Einnahmen generieren.
Nach massiver Kritik aus Europa sowie von den Verbänden aus Asien und Nord-, Mittel- und Südamerika zog Gianni Infantino die Pläne jedoch vorerst zurück. Vollständig beendet scheint das Thema allerdings nicht zu sein. Der FIFA-Präsident hatte die Pläne zuvor als „logischen nächsten Schritt“ bezeichnet, um die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Weltfußballs weiter auszubauen.

