Bayern-Kadercheck: Saibari sorgt für neue Optionen – was passiert ohne Kane?

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Der FC Bayern geht mit großen Ambitionen in die neue Saison. National ist der deutsche Rekordmeister erneut der klare Favorit, international soll nach dem Halbfinal-Aus der vergangenen Spielzeit der nächste Schritt folgen. Doch reicht der aktuelle Kader für den Angriff auf die Champions League? Im FCBinside-Kadercheck nehmen wir die einzelnen Mannschaftsteile unter die Lupe. Zum Abschluss steht die Offensive im Fokus.

Polyvalente Spieler sind im modernen Fußball wichtiger denn je. Insofern passt Ismael Saibari perfekt in die Kaderplanung der Bayern. Der Marokkaner kann nahezu jede Position in der Offensive übernehmen, fühlt sich allerdings vor allem im Zentrum als Zehner oder Neuner wohl.


Damit bekommt Vincent Kompany noch mehr Möglichkeiten. Saibari, Jamal Musiala, Serge Gnabry, Michael Olise und Lennart Karl können zentral hinter der Spitze spielen. Olise, Karl und Gnabry sind zudem Optionen auf der rechten Außenbahn.

Gerade hinter den offensiven Stammkräften herrscht damit ein enormer Konkurrenzkampf.

Links setzt Bayern auf Ibrahimovic und Flexibilität

Auf der linken Seite führt kein Weg an Luis Díaz vorbei. Einen namhaften Backup verpflichteten die Münchner allerdings nicht. Der zwischenzeitlich diskutierte Transfer von Anthony Gordon kam nicht zustande.

Stattdessen soll Arijon Ibrahimovic nach seiner Leihe zum 1. FC Heidenheim seine Chance erhalten. Max Eberl sieht die linke Seite dennoch ausreichend besetzt. Neben Díaz und Ibrahimovic könnten dort auch Nathaniel Brown und Alphonso Davies eingesetzt werden.

„Wir wollten ursprünglich links vorne etwas machen, aber das haben wir dann nicht gemacht. Wir sind mit Ismael Saibari und Brown noch flexibler geworden“, erklärte der Sportvorstand.

Für die ganz großen Champions-League-Spiele bleibt dennoch ein Fragezeichen. Sollte Díaz beispielsweise in einem Viertelfinale fehlen, erscheint es wahrscheinlicher, dass Kompany auf Musiala, Saibari oder Gnabry ausweicht, anstatt Ibrahimovic direkt ins kalte Wasser zu werfen.

Wer ersetzt Kane, wenn es darauf ankommt?

Harry Kane
Foto: IMAGO

Noch interessanter ist die Situation im Sturmzentrum. Harry Kane ist dort unangefochten gesetzt. In seiner aktuellen Form gehört der Engländer zu den größten Waffen, die der europäische Spitzenfußball zu bieten hat.

Nach dem Abgang von Nicolas Jackson haben die Bayern allerdings keinen klassischen Mittelstürmer als Ersatz verpflichtet. Saibari und Gnabry sollen diese Rolle bei Bedarf übernehmen.

Bei einer kurzen Kane-Pause dürfte das problemlos funktionieren. Schwieriger würde die Situation bei einem längerfristigen Ausfall des Engländers werden. Weder Saibari noch Gnabry können Kanes außergewöhnliche Mischung aus Torjäger, Spielmacher und Zielspieler vollständig ersetzen.

Allerdings stellt sich die Frage, welcher bezahlbare Stürmer diese Aufgabe überhaupt erfüllen könnte – und gleichzeitig bereit wäre, über weite Strecken hinter Kane auf der Bank zu sitzen. Auch deshalb erscheint ein weiterer Transfer derzeit unwahrscheinlich.

Bayerns Offensive ist das Prunkstück des Kaders

Auf den übrigen Positionen hat Kompany eher ein Luxusproblem. Olise ist auf der rechten Seite gesetzt und soll trotz zwischenzeitlicher Real-Gerüchte in München bleiben. Bei Musiala hoffen die Verantwortlichen darauf, dass er nach seiner schwierigen Phase wieder dauerhaft jene Leichtigkeit findet, die ihn zu einem der außergewöhnlichsten Spieler Europas gemacht hat.

Mit Karl steht zudem ein weiteres Top-Talent bereit, das den Konkurrenzkampf zusätzlich verschärft.

Fazit: Die Offensive ist das Prunkstück des Bayern-Kaders. Kompany verfügt über enorme individuelle Qualität und kann durch Spieler wie Saibari, Musiala, Gnabry oder Brown zahlreiche Positionen unterschiedlich besetzen. Einen klassischen Backup für Kane gibt es allerdings nicht. Für einzelne Spiele können Saibari oder Gnabry diese Aufgabe übernehmen. Sollte der Engländer länger ausfallen, wäre sein Verlust qualitativ kaum aufzufangen. Ein zusätzlicher Transfer erscheint dennoch wenig sinnvoll – denn einen Kane-Ersatz auf vergleichbarem Niveau, der sich gleichzeitig mit einer Backup-Rolle zufriedengibt, werden auch die Bayern kaum finden.

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