Michael Olise hat sich beim FC Bayern innerhalb kürzester Zeit zu einem der wertvollsten Spieler im Kader entwickelt. Entsprechend groß ist das Interesse der Münchner, den bis 2029 laufenden Vertrag des Franzosen langfristig zu verlängern. Dabei könnte es zu einer ungewöhnlichen Lösung kommen.
Olise wird bereits seit geraumer Zeit mit europäischen Top-Klubs in Verbindung gebracht. Neben Real Madrid soll insbesondere der FC Liverpool großes Interesse an dem 24-Jährigen haben. Die Bayern wollen ihren Offensivstar allerdings unbedingt halten.
Wie BILD-Fußballchef Christian Falk berichtet, könnte im Zuge einer möglichen Vertragsverlängerung eine Ausstiegsklausel in das neue Arbeitspapier aufgenommen werden. Diese würde allerdings in finanziellen Dimensionen liegen, die einen Wechsel nur für wenige Klubs überhaupt möglich machen.
Demnach stehen Summen zwischen 150 und 250 Millionen Euro im Raum. „Ich kann jedoch sagen, dass eine mögliche Ausstiegsklausel im Vertrag des Flügelspielers sehr, sehr hoch ausfallen wird. Sollte ein Verein diese aktivieren, steht Bayern eine Menge Geld zur Verfügung, um einen Nachfolger zu verpflichten“, erklärte Falk.
Bayern möchte 2027 nicht unter Druck geraten
Unmittelbaren Handlungsdruck haben die Münchner grundsätzlich nicht. Olises aktueller Vertrag läuft noch bis zum Sommer 2029. Dennoch könnte die Situation spätestens ein Jahr zuvor deutlich komplizierter werden.
Sollte bis Sommer 2027 keine Einigung über eine Verlängerung erzielt worden sein, würde sich Olise langsam seinem vorletzten Vertragsjahr nähern. Die Verhandlungsposition der Bayern könnte dadurch perspektivisch schlechter werden.
Eine vorzeitige Verlängerung würde dieses Szenario verhindern. Gleichzeitig könnte eine extrem hohe Ausstiegsklausel einen Kompromiss zwischen beiden Seiten darstellen. Olise hätte weiterhin die Möglichkeit, München irgendwann zu verlassen, während Bayern bei einem solchen Transfer finanziell maximal abgesichert wäre.
Die bevorzugte Lösung des Rekordmeisters bleibt ohnehin ein langfristiger Verbleib. Olise fühlt sich dem Bericht zufolge in München wohl und drängte im vergangenen Transferfenster nicht auf einen Wechsel. Auch finanziell hätten die Bayern noch Spielraum, um dem Franzosen eine deutliche Gehaltserhöhung anzubieten. Seine aktuellen Bezüge sollen unter denen von Topverdienern wie Harry Kane und Jamal Musiala liegen.
Liverpool bleibt ein Faktor im Olise-Poker

Besonders interessant ist die Situation beim FC Liverpool. Die Reds haben sich in diesem Sommer mit Bradley Barcola prominent verstärkt. Der Franzose ist allerdings vornehmlich auf der linken Außenbahn zuhause. Dort stehen Liverpool mit Cody Gakpo und Rio Ngumoha bereits weitere Optionen zur Verfügung.
Auf der rechten Seite könnte dagegen weiterhin Bedarf bestehen. Genau deshalb dürfte Olise für Liverpool perspektivisch interessant bleiben.
Der Barcola-Transfer hat gleichzeitig Auswirkungen auf die Bayern. Auch der ehemalige PSG-Profi wurde zuvor als potenzieller Nachfolger für Olise gehandelt. Diese Option steht nach seinem Wechsel nach Liverpool vorerst nicht mehr zur Verfügung.
Umso wichtiger wäre es für die Münchner, bei Olise frühzeitig Planungssicherheit zu schaffen. Ein Verkauf ist derzeit ohnehin nicht vorgesehen. Sollte sich der Franzose jedoch irgendwann für eine neue Herausforderung entscheiden, wollen die Bayern offenbar zumindest finanziell in einer komfortablen Position sein.
Eine Ausstiegsklausel von bis zu 250 Millionen Euro wäre dafür eine deutliche Absicherung – und gleichzeitig ein klares Preisschild für Liverpool und alle anderen Interessenten.

