Der FC Bayern hat mit Jan-Christian Dreesen und Max Eberl bereits zwei wichtige Führungskräfte langfristig gebunden. Als Nächstes könnte Christoph Freund folgen. Der Vertrag des Sportdirektors läuft noch bis 2027 und grundsätzlich sprechen sich die Verantwortlichen für eine weitere Zusammenarbeit aus. Ganz entschieden ist die Zukunft des 49-Jährigen allerdings noch nicht.
Nach Informationen der Abendzeitung München genießt Freund sowohl im Aufsichtsrat als auch innerhalb des Vorstands großes Vertrauen. In der Führungsetage um Dreesen, Eberl und Rouven Kasper soll es eine klare Mehrheit für eine Vertragsverlängerung geben.
Damit liegt der entscheidende Punkt offenbar weniger beim FC Bayern als bei Freund selbst. Der Österreicher befindet sich dem Bericht zufolge noch in einer Überlegungsphase und möchte vor einer Entscheidung einige offene Fragen geklärt wissen.
Eine davon betrifft offenbar die zukünftige Aufstellung der Scouting-Abteilung. Chefscout Nils Schmadtke steht wie Freund noch bis 2027 unter Vertrag. Aktuell deutet allerdings einiges darauf hin, dass der 37-Jährige anschließend nicht weitermachen wird.
Freund könnte mehr Gestaltungsspielraum bekommen
Sollte Schmadtke den Rekordmeister tatsächlich verlassen, könnte sich für Freund die Möglichkeit ergeben, den wichtigen Posten des Chefscouts nach seinen eigenen Vorstellungen neu zu besetzen.
Das würde zu seiner zuletzt offenbar gestärkten Position innerhalb des Vereins passen. Freund arbeitet eng mit Campus-Chef Jochen Sauer zusammen. Auch sein Verhältnis zum sportlichen Leiter Michael Wiesinger und zu Trainer Vincent Kompany soll sehr gut sein.
Freund selbst hatte bereits im April betont, wie wichtig ihm die Zusammenarbeit innerhalb des Vereins ist: „Es macht Spaß und es ist wichtig, wie es intern funktioniert. Und das tut es momentan sehr, sehr gut“.
Auch wenn das Verhältnis zu Sportvorstand Max Eberl in der Vergangenheit nicht immer völlig harmonisch gewesen sein soll, haben beide zuletzt gemeinsam wichtige Personalentscheidungen verantwortet. Im vergangenen Transfersommer verpflichteten die Münchner unter anderem Nathaniel Brown und Ismael Saibari.
Gleichzeitig gelang es Bayern, mit mehreren jungen Spielern Transfereinnahmen zu generieren. Noël Aséko, Jonah Kusi-Asare, Jonathan Asp Jensen, Wisdom Mike und Maurice Krattenmacher brachten dem Rekordmeister bei ihren Abgängen Geld ein.
Campus wird für Bayern immer wichtiger

Gerade die Nachwuchsarbeit könnte ein entscheidendes Argument für eine weitere Zusammenarbeit mit Freund sein. Der 49-Jährige gilt als wichtiges Bindeglied zwischen dem Campus und der Profimannschaft.
Dieser Bereich gewinnt angesichts der explodierenden Ablösesummen auf dem internationalen Transfermarkt zusätzlich an Bedeutung. Vorstandschef Dreesen hatte zuletzt ausdrücklich betont, dass Bayern seine Campus-Arbeit intensivieren möchte. Dabei geht es sowohl darum, Talente für die eigene Mannschaft zu entwickeln als auch mit ausgebildeten Spielern Transfereinnahmen zu erzielen.
Freunds Profil passt damit grundsätzlich zur langfristigen Strategie des Rekordmeisters. Gleichzeitig verfügt er mit seiner engen Zusammenarbeit mit Sauer, Wiesinger und Kompany über ein starkes internes Netzwerk.
Die Bayern-Seite scheint deshalb bereit für eine Verlängerung. Eine schnelle Unterschrift ist dennoch nicht garantiert. Zunächst muss offenbar geklärt werden, wie Freund seine zukünftige Rolle und die Strukturen rund um seinen Verantwortungsbereich bewertet.
Die Ausgangslage bleibt dennoch klar: Der FC Bayern möchte Freund über 2027 hinaus halten. Nun muss sich zeigen, ob auch der Sportdirektor seine Zukunft langfristig in München sieht.

