Was für eine Geschichte für Jamal Musiala! Der Offensivstar des FC Bayern hat beim Champions-League-Auftakt gegen Bodø/Glimt für einen ganz besonderen Moment gesorgt. Musiala erzielte ausgerechnet bei seinem Startelf-Comeback das 900. Europapokal-Tor in der Geschichte des deutschen Rekordmeisters.
Schon vor der Partie war klar, dass den Münchnern nur noch ein einziger Treffer fehlte, um die historische Marke zu erreichen. Bayern war mit 899 Toren in der Champions League beziehungsweise im früheren Europapokal der Landesmeister in die Begegnung gegangen.
Nun ist die magische 900 geknackt – und der Name des Jubiläumstorschützen könnte kaum mehr Symbolkraft haben. Ausgerechnet Musiala, der zuletzt eine schwierige Zeit mit erheblichen gesundheitlichen Problemen durchlebt hatte, verewigte sich in den Geschichtsbüchern des FC Bayern.
Für den 23-Jährigen war die Partie gegen Bodø/Glimt gleichzeitig das erste Pflichtspiel seit seiner Rückkehr, in dem er wieder in der Startelf stand.
Musiala schreibt Bayern-Geschichte
Mit dem Treffer hat Musiala nicht nur persönlich einen wichtigen Schritt auf dem Weg zurück zu alter Stärke gemacht. Er sorgte auch dafür, dass der FC Bayern als erst zweiter Verein überhaupt die Marke von 900 Toren in Europas wichtigstem Klubwettbewerb erreicht.
Vor den Münchnern hatte dies lediglich Real Madrid geschafft. Die Königlichen liegen mit 1.139 Treffern weiterhin deutlich an der Spitze. Bayern hat seine Position als eine der prägendsten Mannschaften in der Geschichte des Europapokals mit dem Jubiläumstor aber einmal mehr unterstrichen.

Besonders emotional ist die Geschichte hinter dem Torschützen. Musiala hatte in den vergangenen Monaten mit gesundheitlichen Rückschlägen zu kämpfen. Nach seinen Zusammenbrüchen aufgrund einer neurologischen Dysfunktion hatten die Bayern ihren Offensivstar behutsam wieder an die Mannschaft herangeführt.
Zuletzt sammelte Musiala beim 0:0 auf Schalke bereits mehr als 30 Minuten Spielpraxis. Gegen Bodø/Glimt schenkte Vincent Kompany ihm erstmals wieder von Beginn an das Vertrauen.
Der Bayern-Coach hatte unmittelbar vor dem Anpfiff betont, dass es sich dabei um eine reine Leistungsentscheidung handelt: „Ja, es geht bei mir jetzt eigentlich nur über Leistungen. Jamal hat sich diesen Einsatz verdient, hat eigentlich sehr gut trainiert bei uns.“
Ausgerechnet beim Startelf-Comeback fällt die 900
Kompany hatte zuletzt immer wieder deutlich gemacht, dass rund um Musiala Normalität einkehren soll. „Die Behandlung von Jamal von unserer Seite ist mit ganz viel Normalität und dementsprechend bleiben das objektive Entscheidungen mit Informationen, die ich habe.“
Der Belgier hoffte vor der Partie darauf, dass Musiala seine starken Eindrücke aus dem Training auch auf den Platz übertragen kann: „Wenn das alles gut läuft heute und er zeigt, was er im Training gezeigt hat, dann wird’s Spaß machen für die Fans.“
Genau das ist eingetreten – und Musiala hat seinem Startelf-Comeback direkt eine historische Note verliehen.

