Die SV Elversberg kann im Duell mit dem FC Bayern auf ihren Cheftrainer Vincent Wagner setzen. Das DFB-Sportgericht hat die Sperre gegen den 40-Jährigen überraschend aufgehoben. Wagner darf damit am Sonntag gegen den Rekordmeister auf der Trainerbank Platz nehmen.
Wagner war beim 4:3-Auswärtssieg der Elversberger bei Borussia Mönchengladbach mit Gelb-Rot auf die Tribüne geschickt worden. Zunächst hatte er nach einer aus seiner Sicht falschen Entscheidung von Schiedsrichter Martin Petersen das Spielfeld betreten und dafür die Gelbe Karte gesehen. In der Halbzeitpause lief Wagner erneut auf den Unparteiischen zu – Petersen zeigte ihm daraufhin Gelb-Rot.
Der erste Einspruch der SV Elversberg gegen die daraus resultierende Ein-Spiel-Sperre war am Montag noch abgelehnt worden. Der DFB verwies dabei auf eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters.
Die Elversberger gaben sich damit jedoch nicht zufrieden und legten erneut Einspruch ein. Mit Erfolg: Das DFB-Sportgericht hob das vorherige Urteil am Freitag nach einer mündlichen Verhandlung am DFB-Campus in Frankfurt auf. Damit entfällt auch die Sperre für das Duell mit Bayern.
Schiedsrichter Petersen räumt Fehler ein
Entscheidend für die außergewöhnliche Entscheidung war offenbar die neue Einschätzung des Schiedsrichters: Martin Petersen bezeichnete seinen Platzverweis nachträglich als Fehler.
„Im Nachgang empfand ich meine Reaktion als unangemessen. Ich würde die Entscheidung nicht noch einmal so treffen. Ich war vielleicht zu sensibel und habe die Situation falsch interpretiert“, erklärte der Unparteiische.
Auch Marco Fritz, beim DFB für Regelfragen zuständig, bewertete die Szene als Fehlentscheidung. „Ich kann nichts feststellen, was eine Gelb-Rote Karte rechtfertigt. Es ist offensichtlich, dass das Betreten des Feldes nicht respektlos erfolgte. Es ist nicht erkennbar, dass er die Stimmung aufheizen wollte. Mehr als eine Ermahnung sehe ich da nicht“, sagte der ehemalige Schiedsrichter.
DFB-Sportgerichts-Vorsitzender Stephan Oberholz bezeichnete die Aufhebung der Sperre als „absolute Ausnahme“. Möglich sei dieser Schritt nur gewesen, weil Petersen seinen Irrtum eingeräumt habe.
Wagner selbst zeigte sich anschließend erleichtert: „Ich bin froh, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wurde.“ Damit steht dem Trainer nun nichts mehr im Weg, seine Mannschaft am Sonntag um 17:30 Uhr gegen den FC Bayern von der Seitenlinie aus zu betreuen.

