
Wichtiger Bayern-Plan: Was hinter der besonderen Strategie steckt
Der FC Bayern verfolgt auch abseits des Rasens klare Ziele. Hinter dem Leitmotiv „Mitnand“ steht ein Konzept, das Verein und Fans einbeziehen soll.
Immer ein volles Stadion, internationale Aufmerksamkeit und Millionen Anhänger: Der FC Bayern will seine Reichweite auch für Aufgaben nutzen, die über den sportlichen Erfolg hinausgehen. Unter dem Namen „Mitnand“ bündelt der Rekordmeister seine Nachhaltigkeitsstrategie. Der bayerische Begriff für „Miteinander“ beschreibt dabei auch den Ansatz: Veränderungen sollen gemeinsam mit Fans, Mitarbeitern und Partnern gelingen.
Wie die Münchner Abendzeitung berichtet, verantwortet Marketing- und Vertriebsvorstand Rouven Kasper das Themenfeld. Die operative Steuerung liegt seit 2022 bei Denise Heinemann, der Teamleiterin Nachhaltigkeit. Ausgangspunkt sind die eigenen Standorte – von der Säbener Straße über den Campus bis zur Allianz Arena. Von dort sollen die Projekte auch außerhalb des Vereins Wirkung entfalten.
Dabei geht es um mehr als Klimaschutz. Der FC Bayern nennt vier Handlungsfelder: Vielfalt und Inklusion, Gesundheit und Sicherheit, Klima und Umwelt sowie Materialien und Lieferketten. Seine Fortschritte dokumentiert der Klub in Nachhaltigkeitsberichten, die auch in einer sprachlich vereinfachten Fassung zugänglich sind.
In der Allianz Arena wird die Strategie konkret
Besonders greifbar werden die Vorhaben beim Stadionbetrieb. Die Allianz Arena ist bereits seit 2006 nach dem europäischen Umweltmanagementsystem EMAS zertifiziert. Damit verbunden sind regelmäßige Prüfungen und die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung.
Ein Beispiel ist die Wärmeversorgung. Gemeinsam mit Viessmann Climate Solutions und Carrier wurde ein Energiekonzept entwickelt, das die entsprechenden CO₂-Emissionen nach Unternehmensangaben um bis zu 40 Prozent senken kann. Dazu gehören 19 Wärmepumpen für die dezentrale Versorgung des Stadions.

Auch die mit Photovoltaik ausgestatteten Überdachungen an den Eingängen gehören zu den Veränderungen rund um die Arena. Im Spieltagsalltag verfolgt Bayern zudem mit der Umstellung auf digitale Eintrittskarten das Ziel, Papier und Druckmaterial einzusparen.
Die soziale Seite zeigt sich unter anderem im gemeinsam mit der Südkurve entwickelten Awareness-Konzept „Obacht“. Betroffene sollen bei Belästigungen oder anderen belastenden Situationen Unterstützung erhalten. Das Programm richtet sich an Besucher, die sich unwohl fühlen oder eine Gesundheitsgefahr erleben, und ergänzt damit die baulichen und technischen Maßnahmen um konkrete Hilfe vor Ort.
