Jonathan Tah spricht über Selbstzweifel: „Vielleicht reicht mein Talent nicht“

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Jonathan Tah zählt heute zu den besten Innenverteidigern Deutschlands. Der Neuzugang des FC Bayern gewann in seiner ersten Saison in München direkt das nationale Triple und gehört auch in der Nationalmannschaft zu den Führungsspielern. Umso überraschender ist ein aktuelles Geständnis des 30-Jährigen: Auch er wurde im Laufe seiner Karriere immer wieder von Selbstzweifeln begleitet.

Dabei verlief Tahs sportlicher Werdegang lange Zeit nahezu mustergültig. Bereits als Teenager schaffte er beim Hamburger SV den Sprung in die Bundesliga, entwickelte sich später bei Bayer Leverkusen zu einem der konstantesten Verteidiger Europas und etablierte sich dauerhaft in der deutschen Nationalmannschaft.


Doch hinter dieser Erfolgsgeschichte standen auch schwierige Momente.

Tah spricht offen über Zweifel

Im Interview mit dem DFB-Journal gewährte der Abwehrspieler nun einen seltenen Einblick in seine Gedankenwelt.

„Es gab Momente, in denen ich mich manchmal selbst stärker hinterfragt und gedacht habe, vielleicht reicht es nicht, was ich mache. Vielleicht reicht das Talent, das ich abbekommen habe, nicht und andere sind besser“, erklärte Tah.

Gerade in einer Leistungsgesellschaft wie dem Profifußball seien solche Gedanken nicht ungewöhnlich. Auch Spieler auf höchstem Niveau würden Phasen erleben, in denen sie ihren eigenen Weg infrage stellen.

Rückblickend hat Tah erkannt, dass er sich zeitweise zu stark von äußeren Meinungen beeinflussen ließ. „Ich habe zu sehr hingehört, wenn andere über mich gesprochen haben“, gab der Nationalspieler zu.

Jonathan Tah
Foto: IMAGO

Den entscheidenden Unterschied habe letztlich sein eigenes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gemacht. „Immer, wenn ich bei mir geblieben bin, war ich zu einhundert Prozent davon überzeugt, dass dieser Weg für mich der Richtige ist. Dass ich das Zeug dazu habe, auf dem höchsten Niveau Fußball zu spielen.“

Deshalb seien die Zweifel letztlich nie tief genug gewesen, um ihn wirklich aus der Bahn zu werfen. „Tief in mir drin hatte ich also keine Zweifel.“

Wer Tah in seiner ersten Saison beim FC Bayern beobachtet hat, konnte von Unsicherheit jedenfalls nichts erkennen. Der Innenverteidiger präsentierte sich von Beginn an als Führungsspieler und verlieh der Defensive des Rekordmeisters deutlich mehr Stabilität.

Gemeinsam mit Dayot Upamecano bildete er eines der stärksten Innenverteidiger-Duos Europas. Seine Ruhe am Ball, seine Zweikampfstärke und seine Führungsqualitäten machten ihn schnell zu einem wichtigen Baustein im System von Vincent Kompany.

Neue Ziele mit Bayern und dem DFB

Aktuell richtet Tah seinen Fokus auf die Weltmeisterschaft 2026 mit der deutschen Nationalmannschaft. Dort zählt er zu den Stammspielern und soll der Defensive Stabilität verleihen.

Anschließend wartet bereits die nächste große Herausforderung. Mit dem FC Bayern möchte der Verteidiger nach dem nationalen Triple nun auch international angreifen und den Traum vom Gewinn der Champions League verwirklichen.

Die Aussagen zeigen dabei eindrucksvoll, dass selbst etablierte Weltklassespieler nicht frei von Selbstzweifeln sind. Entscheidend ist letztlich, wie man mit ihnen umgeht – und genau darin scheint Jonathan Tah inzwischen eine seiner größten Stärken gefunden zu haben.

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