Müller über Kim: „So habe ich ihn bei Bayern noch nicht gesehen“

Sebastian Mittag
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Bei Südkorea ist Minjae Kim der unumstrittene Anführer der Abwehr – beim FC Bayern war davon zuletzt wenig zu sehen. Thomas Müller hat den Unterschied bei der WM genau beobachtet und spricht offen über das, was ihm in München gefehlt hat.

Während Kim beim deutschen Rekordmeister zuletzt hinter den Erwartungen blieb, ist der Innenverteidiger bei der Weltmeisterschaft eine tragende Figur in Südkoreas Defensive. Müller, der das Turnier als Experte bei MagentaTV begleitet, sah Kim zuletzt beim 0:1 seines Heimatlandes gegen Mexiko in der Nacht auf Freitag – und zog dabei einen klaren Vergleich zu dessen Auftreten an der Säbener Straße.


„Er hat da dieses Vertrauen, er ist die absolute Nummer 1 in der Verteidigung in Südkorea. Er ist dort ein Star. Das gibt ihm das Vertrauen, auch Anführer sein zu dürfen“, sagte Müller über den 29-Jährigen. In München habe er eine andere Seite des Verteidigers erlebt. Kim sei dort eher so aufgetreten, „wie man das ja vielleicht von Spielern aus Südkorea oder Japan kennt: von der Erziehung her eher zurückhaltend und erstmal schauend, wo man bleibt“.

Den entscheidenden Unterschied machte Müller an einer konkreten Szene gegen Mexiko fest. Kim habe „organisiert, die Abseitslinie wieder hochzuschieben. Das ist eine interessante Beobachtung, die vielleicht logisch ist – und trotzdem hätte ich es mir beim FC Bayern anders gewünscht“.

Kim immer wieder mit Problemen in München

Genau diese Führungsrolle erwartet Müller von einem Innenverteidiger: „Wenn der sieht, dass die Abwehrkette raus muss“, müssten die „Alarmglocken“ schrillen und „er jedem Bescheid sagt: raus, raus, raus. Das habe ich in München so noch nicht gesehen.“

An der fußballerischen Qualität hat Müller dagegen keine Zweifel. Kim sei „ein sehr, sehr guter Verteidiger – gerade, was die Zweikampfführung, die Aggressivität und die Laufduelle betrifft –, da gibt’s sowieso keine Zweifel. Deswegen ist er auch die absolute Nummer 1 und eine Koryphäe im südkoreanischen Abwehr-Verbund.“

Thomas Müller
Foto: IMAGO

Auch Kims Situation beim FC Bayern ordnete Müller ein. Im zweiten Jahr habe der Verteidiger „am Anfang ein bisschen Anpassungsschwierigkeiten an die neue Rolle“ gehabt und sei zuletzt häufiger Ergänzungsspieler gewesen. „Auch, wenn er nicht so viel gespielt hat und mehr Ergänzungsspieler war, hat er mir beim FC Bayern sehr gut gefallen, wenn er reinkam. Ich hatte den Eindruck, dass er sich an diese Rolle ganz gut angepasst hat“, sagte Müller.

Dazu kamen körperliche Belastungen. Kim habe „in der ersten Saison mit großer Belastung auch immer wieder ein bisschen Achillessehnen-Themen“ gehabt. Eine geringere Spielzeit könnte dem Verteidiger laut Müller sogar helfen: „Vielleicht tut es ihm körperlich ganz gut, immer mal wieder in die Rotationsmaschine geworfen zu werden.“ Kim war 2023 für 50 Millionen Euro vom SSC Neapel nach München gewechselt und besitzt beim FC Bayern noch einen Vertrag bis Juni 2028.

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