Versteckte Kritik an Tuchel? Kane spricht Klartext nach WM-Aus

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Harry Kane hat sich nach dem bitteren WM-Aus Englands gegen Argentinien ausführlich zur 1:2-Niederlage geäußert. Dabei beschrieb der Bayern-Star den Spielverlauf auffallend deutlich – und seine Aussagen könnten durchaus als Kritik am Matchplan von Nationaltrainer Thomas Tuchel interpretiert werden.

England schien lange auf Finalkurs. Nach dem Führungstreffer von Anthony Gordon kontrollierten die Three Lions das Spiel zunächst, ehe Argentinien in der Schlussphase zurückkam und die Partie mit zwei späten Treffern drehte.


Für Harry Kane lag der Knackpunkt vor allem darin, dass England nach dem 1:0 zu passiv wurde.

Kane sieht fehlendes Pressing als Schlüssel

„60 Minuten war es richtig gut. Wir haben das Tor erzielt und es verdient, in Führung zu gehen“, erklärte der Kapitän nach dem Spiel.

Anschließend habe seine Mannschaft jedoch die Kontrolle verloren. „Wir haben es nicht geschafft, den Gegner früh genug unter Druck zu setzen. Dadurch konnten sie immer mehr Momentum aufbauen und immer mehr Angriffe starten.“

Damit beschreibt Kane genau jene Phase, in der sich England immer weiter zurückzog und Argentinien zunehmend das Spiel übernahm.

„20 Minuten sind verdammt lang“

Thomas Tuchel
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Besonders bemerkenswert fiel Kanes Einschätzung zum Umgang mit der Führung aus. „Es ist ganz normal, dass man versucht, eine 1:0-Führung über die Zeit zu bringen. Aber es waren noch gut 20 Minuten plus Nachspielzeit. Das ist eine verdammt lange Zeit.“

Ob der Bayern-Stürmer damit indirekt die taktische Herangehensweise von Thomas Tuchel kritisierte, ließ er offen. Seine Analyse deckt sich allerdings mit der Einschätzung zahlreicher Experten, die England nach der Führung zu viel Passivität vorwarfen.

Kane sieht darin kein einmaliges Problem. „Wir werden herausfinden müssen, wie wir uns in solchen Situationen verbessern können. Das ist wahrscheinlich der fehlende Baustein, der uns schon bei den letzten vier oder fünf Turnieren gefehlt hat.“

Mit der 1:2-Niederlage gegen Argentinien verpasste England den ersten WM-Finaleinzug seit 1966. Für Kane bleibt damit der Traum vom ersten großen Titel mit den Three Lions vorerst unerfüllt.

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