Jürgen Klopp steht unmittelbar vor seiner offiziellen Vorstellung als neuer Bundestrainer. Der 59-Jährige soll die deutsche Nationalmannschaft nach dem enttäuschenden WM-Aus gegen Paraguay wieder zurück in die Erfolgsspur führen. Aus Sicht des FC Bayern richtet sich der Fokus nun vor allem auf eine Frage: Welche Rolle werden die Münchner künftig unter Klopp spielen?
Der Deutsche Fußball-Bund hat für Freitag um 11 Uhr zu einer Pressekonferenz eingeladen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wird dort die Verpflichtung von Jürgen Klopp offiziell bekannt gegeben. Nach Hansi Flick und Julian Nagelsmann übernimmt damit erneut ein deutscher Toptrainer die Nationalmannschaft – allerdings einer mit einem anderen Hintergrund als seine beiden Vorgänger.
Während Flick und Nagelsmann jeweils eine enge Verbindung zum FC Bayern hatten, wurde Klopp vor allem durch seine erfolgreiche Zeit bei Borussia Dortmund und später beim FC Liverpool geprägt.
Kein Bayern-Bonus – aber auch keine Nachteile
Im Podcast „Bayern Insider“ erklärt BILD-Reporter Heiko Niedderer, dass sich die Ausgangslage dadurch verändern könnte. „Flick und Nagelsmann hatten einen sehr engen Draht zum FC Bayern. Bei Klopp ist das nicht so. Man weiß, dass er eher die Nähe zum BVB, Watzke, zum ganzen Klub hat. Daher ist jetzt schon die spannende Frage, wie es jetzt mit den Bayern weitergeht“, sagte Niedderer.
Gleichzeitig betonte er jedoch, dass es keinerlei Spannungen zwischen Klopp und dem Rekordmeister gebe. Im Gegenteil: Bayern-Präsident Herbert Hainer hatte den 59-Jährigen zuletzt öffentlich als ideale Lösung für die Nachfolge von Julian Nagelsmann bezeichnet.
Auch BILD-Fußballchef Christian Falk sieht keinen Grund zur Sorge. „Auch wenn er in der Bundesliga natürlich eher zum BVB hält, ist er kein Bayern-Hasser“, stellte Falk klar.
Bayern dürfte weiter das Gerüst stellen

Zwischen Klopp und dem FC Bayern gab es bereits in der Vergangenheit mehrere Berührungspunkte. Ein offenes Geheimnis ist, dass Uli Hoeneß den heutigen Erfolgstrainer bereits 2008 nach München holen wollte. Am Ende entschied sich der Rekordmeister jedoch für Jürgen Klinsmann.
Auch während Klopps Zeit beim FC Liverpool tauchte sein Name immer wieder als möglicher Bayern-Trainer auf. Zu einer Zusammenarbeit kam es allerdings nie.
Sportlich dürfte der neue Bundestrainer dennoch kaum an den Münchnern vorbeikommen. Der FC Bayern stellte bei der Weltmeisterschaft mit sieben Spielern erneut den größten Block im DFB-Kader. Hinzu kamen die verletzten Lennart Karl und Serge Gnabry, die bei voller Fitness ebenfalls realistische Chancen auf eine Nominierung gehabt hätten.
Klopp wird seine Entscheidungen künftig ausschließlich nach sportlichen Kriterien treffen müssen. Angesichts der hohen Qualität des Bayern-Kaders spricht jedoch vieles dafür, dass der Rekordmeister auch unter dem neuen Bundestrainer weiterhin das Gerüst der deutschen Nationalmannschaft bilden wird. Besonders mit Blick auf die Nations League und die langfristige Vorbereitung auf die EM 2028 werden die Münchner Nationalspieler eine zentrale Rolle spielen.
Ob Klopp dabei neue Akzente setzt oder auf die bewährte Bayern-Achse vertraut, dürfte zu den spannendsten Fragen seiner Anfangszeit als Bundestrainer gehören.

