Jamal Musiala
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Am Donnerstag gibt Julian Nagelsmann seinen WM-Kader bekannt. Kein anderer Bundesligist ist bei der Weltmeisterschaft 2026 so breit aufgestellt wie der FC Bayern.

Die Weltmeisterschaft beginnt am 11. Juni in Mexiko-Stadt und endet am 19. Juli bei New York. Gespielt wird erstmals in drei Ländern, in den USA, in Kanada und in Mexiko, mit 48 Mannschaften und damit so vielen wie nie zuvor. Aus dem aktuellen Münchner Kader sind rund 19 Profis dabei, verteilt auf zehn Nationalteams. Der deutsche Block gehört dazu, ebenso Englands Kapitän Harry Kane und Alphonso Davies, der bei der Heim-WM Kanadas die Binde trägt.

Ein Fußballsommer über 39 Tage

Das Turnier zieht sich über 39 Tage. Für Münchner Anhänger wird daraus weit mehr als ein DFB-Sommer, weil Bayern-Profis in fast jeder der zwölf Gruppen stehen. Wer alle sehen will, sitzt an vielen Abenden lange vor dem Bildschirm. Wegen der nordamerikanischen Zeitzonen beginnen zahlreiche Partien erst spät am Abend oder mitten in der Nacht deutscher Zeit, übertragen werden sie bei MagentaTV. Die Spielorte verteilen sich über drei Länder und mehrere Zeitzonen, von Vancouver bis Miami. Erstmals erreichen auch die besten Gruppendritten die K.-o.-Runde, was die Vorrunde verlängert.

Großturniere sind in Deutschland regelmäßig Phasen erhöhter Aufmerksamkeit für alles rund um den Fußball, von Tippspielen im Kollegenkreis bis zu Online-Angeboten. Niedrigschwellige Einstiege wie Casinos mit gratis Startguthaben gehören für viele Nutzer zum Gesamtpaket. An den letzten Gruppenspieltagen laufen die Partien einer Gruppe zeitgleich, sodass sich nicht jedes Münchner Spiel live verfolgen lässt.

Acht Münchner prägen das deutsche Aufgebot

Den größten Einzelblock stellt der FC Bayern im DFB-Team. Kapitän Joshua Kimmich und Innenverteidiger Jonathan Tah gehören zum Gerüst, im Mittelfeld zählt Aleksandar Pavlovic zu den gesetzten Kräften, nachdem ihn in dieser Saison ein Schlüsselbeinbruch zurückgeworfen hatte. Jamal Musiala ist nach seinem schweren Beinbruch aus dem Sommer 2025 zurück und zuletzt wieder mit Torbeteiligungen aufgefallen. Leon Goretzka zählt nach starken Auftritten ebenfalls zum Kreis, obwohl er bei Bayern nicht durchgehend gesetzt war; mit Pavlovic kennt er sich aus dem täglichen Training, was Nagelsmann im Mittelfeld Optionen gibt. Lennart Karl, in dieser Saison aus dem Nachwuchs hochgezogen, wurde erstmals in den A-Kader berufen. Auch Jungtorhüter Jonas Urbig könnte als dritter Keeper mitfahren. Voraussichtlich acht Münchner stehen am Ende im Aufgebot.

Offen bleibt die Torwartfrage. Nach Berichten von Sky und Bild kehre Manuel Neuer als Nummer eins zurück, Nagelsmann habe den bisherigen Stammkeeper Oliver Baumann darüber bereits telefonisch informiert. Bestätigt ist das nicht. Neuer hatte seine Länderspielkarriere 2024 beendet, zuletzt bremsten ihn muskuläre Probleme in der Wade. Ob er schon am Samstag im Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart auflaufen kann, gilt als offen.

Münchner in neun weiteren Aufgeboten

Über das DFB-Team hinaus verteilt sich der Kader auf neun weitere Länder. Harry Kane, Englands Rekordtorschütze und gerade wieder Torschützenkönig der Bundesliga, führt die Three Lions an. In Frankreich stehen mit Michael Olise und Dayot Upamecano gleich zwei Münchner im Aufgebot eines Topfavoriten, dessen Angriff Kylian Mbappé anführt. Olise wurde in der Bundesliga gerade zum Spieler der Saison gewählt. Min-jae Kim trägt die Kapitänsbinde Südkoreas, das in seiner Gruppe auf Gastgeber Mexiko trifft. Konrad Laimer steht mit Österreich vor der ersten WM-Teilnahme seit 1998, Luis Díaz greift mit Kolumbien an, das sich als Dritter der südamerikanischen Qualifikation für die Endrunde sicherte.

Bei Alphonso Davies sorgte zuletzt eine Muskelverletzung für Unruhe. Trainer Jesse Marsch rechne aber mit dem Kapitän, für den die Heim-WM eine besondere Bühne wäre.

  • Harry Kane, England, Gruppe L
  • Michael Olise und Dayot Upamecano, Frankreich, Gruppe I
  • Min-jae Kim, Südkorea, Gruppe A
  • Alphonso Davies, Kanada, Gruppe B
  • Hiroki Ito, Japan, Gruppe F
  • Josip Stanišić, Kroatien, Gruppe L
  • Konrad Laimer, Österreich, Gruppe J
  • Luis Díaz, Kolumbien, Gruppe K
  • Nicolas Jackson, Senegal, Gruppe I

Drei Bayern-Duelle in den Gruppen

Die Auslosung sorgt für Wiedersehen unter Vereinskollegen. In Gruppe I trifft Frankreich auf den Senegal, Olise und Upamecano stehen damit Nicolas Jackson gegenüber, auf der anderen Seite spielt mit Sadio Mané, der bis 2023 in München unter Vertrag stand, ein Ex-Münchner. Frankreich gilt dort als Favorit, mit Norwegen um Erling Haaland wartet aber ein unbequemer Gegner. In Gruppe L kommt es zum Duell zwischen England und Kroatien, Kane gegen Stanišić; Kroatien zählt seit Jahren zu den stärksten Turniermannschaften, ein Weiterkommen gilt für beide als Pflicht. Und in Gruppe K könnte Díaz mit Kolumbien auf Portugal und Raphaël Guerreiro treffen, der den FC Bayern im Sommer verlässt.

Der Kader fällt am Donnerstag

Den endgültigen Kader stellt Nagelsmann am Donnerstag auf dem DFB-Campus in Frankfurt vor. Für das deutsche Team beginnt das Turnier am 14. Juni in Houston gegen Curaçao, danach folgen die Elfenbeinküste in Toronto und Ecuador im Raum New York. Die Spielorte in der K.-o.-Runde hängen von der Platzierung in Gruppe E ab.

Späte Rückkehr für Kompany

Für Vincent Kompany hat das breite Aufgebot auch eine planerische Folge. Je weiter seine Nationalspieler bei der WM kommen, desto später kehren sie nach München zurück, mit verlängerter Pause und entsprechend kurzer Vorbereitung auf die neue Saison. Die ersten Wochen der Sommervorbereitung dürfte Bayern damit ohne einen Großteil seines Stamms bestreiten.