Champions League

Die Bayern vor dem CL-Auftakt: Die (vielen) Baustellen von Niko Kovac

Niko Kovac
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Der FC Bayern startet diese Woche in die neue Champions League-Saison. Manuel Neuer & Co. empfangen am Mittwochabend (21 Uhr, live auf Sky) den serbischen Meister Roter Stern Belgrad in der heimischen Allianz Arena. Mit Blick auf das 1:1-Unentschieden am vergangenen Samstag gegen RB Leipzig und die verletzungsbedingten Ausfälle hat Niko Kovac die eine oder andere Baustelle um die er sich in den kommenden Tagen kümmern muss.

Die Katerstimmung beim FC Bayern nach dem 1:1-Unentschieden gegen RB Leipzig dürfte so langsam aber sicher verflogen sein. Die Münchner haben keine Zeit um den verlorenen zwei Punkten weiter nachzutrauern, am Mittwochabend müssen Niko Kovac und sein Team erneut ran, diesmal in der UEFA Champions League. Zum Auftakt in die Königsklasse trifft der FCB auf den serbischen Meister Roter Stern Belgrad. Rein objektiv betracht gehen die Bayern als haushoher Favorit in die Begegnung, auch weil man zuhause spielt. Dennoch muss sich Kovac um die eine oder andere Baustelle kümmern.

Die Ausfälle von Leon Goretzka und David Alaba

Mit Leon Goretzka und David Alaba muss Niko Kovac zwei Spieler ersetzen, die unter dem 47-jährigen regelmäßig spielen. Gegen Leipzig hat dies Kovac gelöst, in dem Joshua Kimmich ins defensive Mittelfeld rückte, Pavard als Rechtsverteidiger auflief und Lucas Hernandez aus der Abwehrmitte nach links als Alaba-Einsatz ran musste. Zudem durfte Jerome Boateng erstmals in dieser Saison von Anfang in der Innenverteidigung spielen. Auch gegen Belgrad könnte Kovac erneut auf eine Viererkette bestehend aus Pavard, Boateng, Süle und Hernandez zurückgreifen. Alternativ könnte Kimmich wieder nach hinten rechts rücken und Corentin Tolisso die Gelegenheit erhalten neben Thiago im Mittelfeld zu starten.

Dominanz alleine reicht nicht aus

76 Prozent Ballbesitz, 6:4-Torschüsse und knapp 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Auf dem Papier dominierte der FC Bayern die erste Hälfte in Leipzig nach Belieben, letztendlich stand es nach Abpfiff der ersten 45 Minuten aber nur 1:1. Viel zu wenig aus Münchner Sicht. Sowohl Niko Kovac als auch die Spieler monierten nach dem Spiel, dass man zu wenig aus der starken ersten Hälfte mitgenommen hätte. Im zweiten Spielabschnitt fand RB durch eine taktische Umstellung deutlich besser in die Partie und ohne einen bärenstarken Manuel Neuer hätte der FCB auch als Verlierer vom Platz gehen können. Die Marschroute gegen Belgrad ist klar: Die Bayern wollen und müssen erneut das Spiel dominieren, diesmal gilt es jedoch frühzeitig die Entscheidung zu erzwingen und dem Gegner keine Chance auf ein Comeback lassen.

Volle Konzentration, bis zum Schluss

Auch wenn der FC Bayern in der neuen Saison noch kein Spiel verloren hat, spürt man eine gewisse Unzufriedenheit im Umfeld. Der FCB schaffte es weder gegen Hertha (2:2) und Mainz (6:1), noch gegen Leipzig 90 Minuten lang eine konzentrierte Leistung an den Tag zu legen. Die Mannschaft von Niko Kovac erlaubt sich immer wieder folgenschwere Auszeiten und lädt damit sogar vermeintlich schwache Gegner zu Torchancen ein. In der Champions League, vor allem in den K.o.-Spielen, werden solche Patzer eiskalt bestraft.

Die Stimmung positiv gestalten

Nach dem Leipzig Spiel gab es (erneut) erste Stimmen, die in Niko Kovac das Hauptproblem beim FC Bayern sehen. So wurden unter anderem dessen Ein- bzw. Auswechslungen gegen Leipzig kritisiert. Auch die fehlende Reaktion des Kroaten auf die taktische Umstellung von RB-Coach Julian Nagelsmann in der Halbzeitpause deuten viele als Schwachstelle des FCB. Thomas Müller wiegelte nach dem Spiel ab und wollte sich auf keinerlei Trainer-Diskussion einlassen: „Kein Feuer legen, bitte!“

Auch wenn Kovac nach wie vor fest im Sattel sitzt und die Bayern alles andere als einen Fehlstart in die neue Saison hingelegt haben, wird es dennoch wichtig sein die Stimmung weiterhin positiv zu gestalten in München. Ein deutlicher Heimsieg mit einer überzeugenden Leistung gegen Roter Stern Belgrad würde dabei sicherlich helfen.