Upamecano-Verlängerung wackelt: Bayern hat bereits einen Plan B

Vjekoslav Keskic
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Die Hängepartie um Dayot Upamecano zwingt den FC Bayern zum Nachdenken. Während der Franzose weiter mit einer Entscheidung über seine Zukunft zögert, rücken mögliche Alternativen langsam, aber spürbar in den Fokus. Ein Name, der dabei immer häufiger fällt, kommt ausgerechnet vom jüngsten Bundesliga-Gegner der Münchner.


Dayot Upamecano hat dem FC Bayern bislang keine finale Zusage für eine Vertragsverlängerung gegeben. Die Gespräche ziehen sich, eine Entscheidung steht weiterhin aus. Für die Münchner ist das mehr als nur ein Randthema. Upamecano ist sportlich gesetzt, bildet gemeinsam mit Jonathan Tah das Stammduo in der Innenverteidigung und gehört zu den Eckpfeilern der aktuellen Mannschaft.

Gleichzeitig wissen die Verantwortlichen an der Säbener Straße, dass sie vorbereitet sein müssen. Sollte die Verlängerung mit dem 27-Jährigen platzen, würde im Sommer nicht nur sportlich, sondern auch strukturell eine Lücke entstehen. Genau für dieses Szenario sondieren die Bayern im Hintergrund den Markt – ohne Aktionismus, aber mit klaren Optionen im Hinterkopf.

Vuskovic überzeugt – auch gegen den FC Bayern

Eine dieser Optionen könnte Luka Vuskovic heißen. Der 18-jährige Innenverteidiger ist beim Hamburger SV weit mehr als nur ein vielversprechendes Talent. Als Leihspieler von Tottenham Hotspur hat sich der Kroate in kürzester Zeit zum Abwehrchef des Bundesliga-Aufsteigers entwickelt. Mit seiner körperlichen Präsenz, seiner Ruhe am Ball und seiner Dominanz in den Zweikämpfen sorgt er ligaweit für Aufmerksamkeit.

Auch im direkten Duell gegen den FC Bayern stellte Vuskovic seine Klasse unter Beweis. Beim Nord-Süd-Schlager erzielte er den 2:2-Ausgleich und war erneut der Fixpunkt in der HSV-Defensive. Vuskovic wurde zum Spieler des Spiels gewählt. Ein Auftritt, der auch den Münchner Verantwortlichen nicht entgangen sein dürfte. Nach Informationen der tz haben die Bayern den jungen Verteidiger auf dem Radar und beobachten seine Entwicklung sehr genau.

Lob von Hamann und Kompany

Luka Vuskovic
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Sky-Experte Didi Hamann fand zuletzt bemerkenswert klare Worte für den Youngster. „Ein vergleichbarer Spieler in den vergangenen zehn, zwölf Jahren fällt mir nicht ein“, schwärmte der frühere Bayern-Profi. Besonders beeindruckt zeigt sich Hamann von der Reife des 1,93 Meter großen Innenverteidigers. „Körperlich ist er ein Mann, torgefährlich, mit großen Anlagen. Beeindruckend, wie stabil er mit seinen 18 Jahren ist und die Abwehr fast schon führt“, so Hamann.

Auch die Zahlen untermauern diesen Eindruck. Vuskovic gewinnt in der Bundesliga 69,34 Prozent seiner Zweikämpfe. Zum Vergleich: Jonathan Tah kommt auf 60,94 Prozent, Minjae Kim auf 57,50 Prozent und Dayot Upamecano auf 55,98 Prozent. Vor allem in der Luft ist der HSV-Profi extrem stark und verschafft seinem Team enorme Stabilität.

Trainer Vincent Kompany, selbst einst beim HSV aktiv, äußerte sich ebenfalls anerkennend. „Er ist ein großes Talent, die Entwicklung in der Bundesliga für einen jungen Innenverteidiger – das ist eine schwierige Liga, da muss man körperlich stark sein. Eine wichtige Rolle beim HSV zu haben ist ideal“, erklärte der Bayern-Coach vor dem Duell. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „Ich hoffe nur, dass er nicht am Wochenende gut spielt gegen uns.“

Bayern hält Kontakt – aber noch ohne konkreten Vorstoß

Nach Informationen der Hamburger Morgenpost haben die Bayern in den vergangenen Monaten mehrfach Kontakt zur Spielerseite aufgenommen. Dabei ging es jedoch weniger um konkrete Verhandlungen als vielmehr um ein klassisches „Warmhalten“ der Personalie. Ein Vorgehen, das zur aktuellen Situation passt. Solange die Zukunft von Upamecano ungeklärt ist, wird es in München keinen großen Vorstoß geben.

Sollte der Franzose verlängern, wäre ein kostspieliger Abwehr-Transfer im Sommer kaum darstellbar – weder finanziell noch sportlich. Erst bei einem Abschied Upamecanos würde sich beim FC Bayern eine echte Planstelle öffnen. In diesem Fall könnte der Name Vuskovic ernsthaft an Bedeutung gewinnen.

Entscheidung erst nach der WM

Auch Vuskovic selbst lässt sich Zeit. Der Innenverteidiger wechselte im Sommer 2025 für rund elf Millionen Euro von Hajduk Split zu Tottenham und wurde anschließend an den HSV verliehen. Sein Marktwert wird inzwischen auf rund 40 Millionen Euro geschätzt.

„Wir entscheiden nach der WM, wie es weitergeht, was das Beste für mich ist“, erklärte Vuskovic zuletzt im Gespräch mit der Sport BILD. Damit ist klar: Sowohl für den Spieler als auch für den FC Bayern ist Geduld gefragt. Doch sollte Upamecano den Rekordmeister verlassen, könnte aus einem beobachteten Talent schneller als gedacht ein konkretes Transferziel werden.

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