Transferpoker um Anthony Gordon: Bayern setzt auf cleveren Schachzug

Vjekoslav Keskic
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Der FC Bayern treibt seine Transferplanungen für den Sommer weiter voran und hat dabei offenbar einen klaren Plan im Werben um Anthony Gordon entwickelt. Der Offensivstar von Newcastle United steht ganz oben auf der Liste der Münchner – doch die Umsetzung gestaltet sich kompliziert.


Übereinstimmenden Medienberichten zufolge führt der deutsche Rekordmeister aktuell das Rennen um den englischen Nationalspieler an. Neben dem FC Bayern sollen auch der FC Liverpool und der FC Arsenal großes Interesse an Gordon zeigen. Dennoch sehen sich die Münchner in einer guten Ausgangsposition – auch dank einer durchdachten Strategie.

Wie BILD-Reporter Heiko Niedderer im Podcast „Bayern-Insider“ berichtet, verfolgt der FC Bayern einen Ansatz, der in der Vergangenheit bereits zu Erfolgen geführt hat. Demnach wollen die Verantwortlichen zunächst bewusst auf direkte Verhandlungen mit Newcastle United verzichten.

Stattdessen liegt der Fokus zunächst vollständig auf Anthony Gordon selbst. Die Idee dahinter ist klar: Gelingt es den Münchnern, den 25-Jährigen davon zu überzeugen, dass er ausschließlich zum FC Bayern wechseln möchte, würde sich die eigene Verhandlungsposition deutlich verbessern.

„Ich habe gehört, sie sprechen miteinander. Es wird sogar schon über Zahlen gesprochen“, betont BILD-Fußballchef Christian Falk.

Diese Taktik ist im internationalen Transfergeschäft kein Novum, gewinnt jedoch zunehmend an Bedeutung. Spieler, die sich klar zu einem Klub bekennen, können den Druck auf ihren aktuellen Verein erhöhen und so den Weg für einen Wechsel ebnen.

Dass Gordon einem Engagement in der Bundesliga grundsätzlich offen gegenübersteht, hatte zuvor bereits Sky berichtet. Dennoch bleibt die Konkurrenz aus der Premier League ein Faktor im Transferpoker.

Bayern will Ablöse deutlich drücken

Anthony Gordon
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Vor allem die finanziellen Rahmenbedingungen stellen eine große Herausforderung dar. Newcastle United fordert dem Vernehmen nach eine Ablöse von mehr als 85 Millionen Euro für seinen Offensivspieler. Eine Summe, die der FC Bayern in dieser Höhe offenbar nicht bereit ist zu zahlen.

Nach Informationen der BILD liegt die Schmerzgrenze der Münchner deutlich darunter. Demnach wäre der Rekordmeister bereit, rund 60 Millionen Euro für Gordon zu investieren. Eine Differenz, die aktuell als zentrales Hindernis im möglichen Deal gilt.

Die Hoffnung an der Säbener Straße: Newcastle könnte durch externe Faktoren unter Zugzwang geraten. Insbesondere das Financial Fair Play sowie ein mögliches Verpassen des internationalen Geschäfts könnten den englischen Klub dazu bewegen, seine Forderungen anzupassen.

Sportlich wäre Gordon zweifellos eine Verstärkung für den FC Bayern. In bislang 152 Pflichtspielen für Newcastle kommt der Angreifer auf 39 Tore und 28 Vorlagen – Zahlen, die seine Bedeutung für die „Magpies“ unterstreichen.

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