Vor Bayern gegen PSG wird es für Kingsley Coman besonders emotional. Der frühere Münchner kennt beide Klubs wie kaum ein anderer und spricht nun über Nähe, Erinnerungen und seine besondere Verbindung.
Am Dienstag tritt der FC Bayern im Halbfinal-Hinspiel der Champions League zunächst bei Paris Saint-Germain an, eine Woche später steigt das Rückspiel in München. Coman wurde bei PSG ausgebildet, feierte dort als Teenager sein Profidebüt und absolvierte vier Pflichtspiele für die Pariser. Für den FC Bayern lief der Franzose von 2015 bis 2025 auf, bestritt 339 Pflichtspiele und prägte eine erfolgreiche Ära.
Im Gespräch mit fcbayern.com machte Coman nun deutlich, auf welcher Seite er diesmal steht: „Ich trage beide Vereine in meinem Herzen, aber Bayern ist das jüngere Kapitel. Ich bin erst vor ein paar Monaten gegangen, viele meiner Freunde sind noch dort, ich kenne die Menschen im Club sehr gut.“
Der frühere Bayern-Profi betonte zugleich, dass seine Sympathie nicht automatisch eine sportliche Einschätzung sei. „Deshalb ist klar, dass ich dieses Mal Bayern die Daumen drücke. Ich würde sie deshalb nicht unbedingt als Favoriten bezeichnen. Es geht eher um meine persönliche Verbindung. Und die ist im Moment zu Bayern einfach noch sehr stark.“
Coman sieht PSG auf Augenhöhe mit Bayern

Für Coman ist das Duell auch deshalb besonders, weil PSG seine fußballerischen Wurzeln geprägt hat. Der 29-Jährige erklärte: „Für mich persönlich bedeutet dieses Duell sehr viel. Es ist schwer, sich für eine Seite zu entscheiden. Ich bin in Paris aufgewachsen, PSG war mein Kindheitsverein.“ Bayern sei für ihn später aber zu einem Zuhause geworden. „Deshalb fühlt es sich für mich ein bisschen so an wie das Kind in mir gegen den Erwachsenen in mir.“
Sportlich erwartet Coman ein enges Halbfinale. Der Offensivspieler sieht Paris nicht mehr nur als Starensemble, sondern als gereifte Mannschaft. „Für mich ist es das beste Paris aller Zeiten“, sagte er. Gleichzeitig lobte er die Entwicklung der Münchner unter Vincent Kompany: „Jeder kennt seine Rolle. Und wenn du auf höchstem Niveau nicht mehr nachdenken musst, gewinnst du Zeit.“
Auch die besondere Bayern-Mentalität hob Coman hervor. Der Franzose erklärte: „Bei Bayern ist Gewinnen fast selbstverständlich. Die Liga zu gewinnen, weit zu kommen: Das wird erwartet. Dieser Anspruch schärft den Kopf.“ Gegen PSG sieht er darin aber keinen klaren Vorteil, weil auch Paris mit großem Selbstverständnis in solche Spiele gehe.
Mit vielen ehemaligen Mitspielern steht Coman weiterhin in Kontakt. Besonders häufig spricht er nach eigener Aussage mit Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Dayot Upamecano und Michael Olise. „Da sind schon echte Freundschaften entstanden, denen ich jetzt natürlich besonders die Daumen drücke.“

