Zu spendabel? Darum steht Eberl bei Bayern in der Kritik

Vjekoslav Keskic
Foto: IMAGO

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Die Diskussionen um Max Eberl und seine Zukunft beim FC Bayern reißen nicht ab. Obwohl der Sportvorstand mit Transfers wie Michael Olise oder der Verpflichtung von Vincent Kompany zuletzt wichtige Pluspunkte sammeln konnte, gibt es intern weiterhin Kritik am 52-Jährigen.

Das verrieten BILD-Reporter Heiko Niedderer und BILD-Fußballchef Christian Falk im Podcast Bayern Insider.


Vor allem ein Punkt soll intern kritisch gesehen werden: der finanzielle Umgang bei Transfers und Vertragsverhandlungen. „Viele sagen bei Eberl: ‘Er hat doch nichts falsch gemacht. Er hat Olise und Kompany geholt’“, erklärt Niedderer.

Trotzdem gebe es laut ihm intern weiterhin Zweifel. „Diese hängen meistens damit zusammen, dass er zu viel Geld ausgibt. Ihm hängt so ein wenig der Ruf an, nicht der härteste Poker-Manager zu sein, wenn es um Gehälter und Ablösen geht.“

In diesem Kontext werden immer wieder die sehr kostspieligen Verlängerungen von Alphonso Davies, Jamal Musiala und zuletzt auch von Dayot Upamecano aufgeführt.

Gerade an der Säbener Straße, wo der Aufsichtsrat um Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sehr genau auf wirtschaftliche Stabilität achtet, ist dieses Thema besonders sensibel.

Neben finanziellen Fragen soll es intern noch einen weiteren Kritikpunkt geben. „Auch die interne Kommunikation ist verbesserungswürdig“, so Niedderer weiter.

Bayern droht komplizierte Situation

Max Eberl
Foto: IMAGO

Christian Falk machte gleichzeitig deutlich, dass die Bayern bei der Personalie Eberl vorsichtig agieren müssen. Denn sollte man sich gegen eine Vertragsverlängerung entscheiden, entstünde schnell ein kompliziertes Szenario. „Wenn man ihm keinen neuen Vertrag gibt, lässt du ihn ja nicht die ganze neue Saison machen“, erklärt Falk. „Dann müsstest du ja faktisch gleich den Schlussstrich ziehen – und das nach so einer riesigen Saison, die die Bayern gespielt haben.“

Besonders interessant: Laut Falk würden die Bayern im Falle eines Eberl-Abgangs offenbar keinen externen Sportvorstand verpflichten. Stattdessen könnte der Rekordmeister intern umstrukturieren. Demnach würden Christoph Freund und CEO Jan-Christian Dreesen die Aufgaben übernehmen beziehungsweise aufteilen.

Das wäre ein bemerkenswerter Schritt, da die Bayern in den vergangenen Jahren stets auf eine klare sportliche Führungsstruktur gesetzt hatten.

Klar ist: Der kommende Transfersommer dürfte für Eberl enorm wichtig werden. Die Bayern planen mehrere Veränderungen im Kader, gleichzeitig muss der Klub wirtschaftlich stabil bleiben.

Gerade bei möglichen Großtransfers wie Anthony Gordon oder Josko Gvardiol wird genau beobachtet, wie Eberl agiert – sportlich wie finanziell.

Spätestens im August, wenn der Aufsichtsrat über die Zukunft des Sportvorstands beraten soll, könnte sich entscheiden, welchen Weg die Bayern langfristig einschlagen wollen.

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