Trotz Verletzung: Kanada will schnellen Davies-Einsatz bei der WM

Felix Flechsig
Foto: Getty Images

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Alphonso Davies ist mit der kanadischen Nationalmannschaft zur WM-Vorbereitung gefahren. Obwohl er noch verletzt ist, wollen die Kanadier ihn schnellstmöglich wieder einsetzen.

Der Kanadier steht vor einem der wohl schwierigsten Balanceakte seiner Karriere. Der Bayern-Star reiste am Sonntag ins WM-Trainingslager der kanadischen Nationalmannschaft nach Edmonton – obwohl er nach seiner jüngsten Verletzung weiterhin nicht einsatzfähig ist.


Der 25-Jährige arbeitet derzeit an seinem Comeback nach einem Muskelbündelriss im rechten hinteren Oberschenkel. Die Verletzung zog sich Davies vor dreieinhalb Wochen zu. Für den Linksverteidiger beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit.

Wie Nationaltrainer Jesse Marsch erklärte, wird Davies das erste WM-Gruppenspiel Kanadas am 12. Juni gegen Bosnien-Herzegowina aller Voraussicht nach verpassen. Dennoch hoffen Verband und Spieler darauf, dass der Bayern-Profi möglichst schnell wieder auf dem Platz stehen kann.

Im Idealfall könnte Davies bereits im zweiten Gruppenspiel am 19. Juni gegen Katar oder spätestens am 24. Juni gegen die Schweiz zurückkehren. Für Kanada wäre das sportlich enorm wichtig. Davies ist nicht nur einer der besten Spieler des Teams, sondern auch der etatmäßige Kapitän.

Davies will bei Heim-WM unbedingt helfen

Alphonso Davies
Foto: IMAGO

Für Davies selbst ist die WM eine besondere Herzensangelegenheit. Das Turnier wird neben den USA und Mexiko auch in Kanada ausgetragen. Der Bayern-Star will seinem Land deshalb unbedingt so viel wie möglich helfen.

Genau darin liegt aber auch die große Gefahr. Davies darf bei allem Ehrgeiz kein zu großes Risiko eingehen. Ein zu früher Einstieg in den Spielbetrieb könnte einen erneuten Rückschlag verursachen – womöglich sogar einen noch schwereren als zuletzt.

Aus Sicht des FC Bayern ist die Situation deshalb hochsensibel. Die Münchner verfolgen genau, wie ihr Linksverteidiger in Kanada belastet wird. Nach mehreren Verletzungen in den vergangenen Monaten steht für den Rekordmeister vor allem eines im Vordergrund: Davies muss vollständig ausheilen.

Seit seinem Comeback nach dem Kreuzbandriss im März 2025 wurde der Kanadier mehrfach zurückgeworfen. Im Februar erlitt er einen Muskelfaserriss im rechten hinteren Oberschenkel. Im März folgte eine Oberschenkelzerrung, ehe zuletzt der Muskelbündelriss hinzukam.

Bayern und Kanada diesmal im engeren Austausch

Ein neuer Streit zwischen Klub und Verband wie nach dem Kreuzbandriss im März 2025 droht diesmal aber offenbar nicht. Damals waren die Bayern verärgert, weil Davies’ schwere Verletzung nicht diagnostiziert worden war und der Spieler anschließend mit einem normalen Transatlantikflug zurück nach München reisen musste.

Diesmal läuft die Kommunikation nach BILD-Informationen deutlich besser und harmonischer. Ein Grund dafür ist wohl die Verbindung zwischen Kanadas Nationaltrainer Jesse Marsch und Bayern-Sportdirektor Christoph Freund. Beide kennen sich aus gemeinsamen Salzburger Zeiten zwischen 2019 und 2021.

Marsch hat bereits angekündigt, sorgsam mit seinem Superstar umgehen zu wollen. Auch beim FC Bayern gibt es Verständnis dafür, dass Davies seine WM-Chance unbedingt nutzen möchte.

Gleichzeitig hoffen die Münchner, dass Kanada deutlich vorsichtiger agiert als noch rund um die schwere Knieverletzung im vergangenen Jahr.

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