Kritik an Musiala-Debatte: Ex-DFB-Star Kramer fordert mehr Geduld

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Jamal Musiala steht vor dem WM-Auftakt der deutschen Nationalmannschaft besonders im Fokus. Der Bayern-Star sucht nach seiner Bestform und muss sich seit Wochen kritischen Fragen stellen. Für Christoph Kramer ist genau das ein Problem. Der Weltmeister von 2014 fordert mehr Vertrauen und Geduld im Umgang mit dem Offensivspieler.

Wenn Deutschland am Sonntag gegen Curaçao in die Weltmeisterschaft startet, werden viele Augen auf Jamal Musiala gerichtet sein. Der 23-Jährige gilt als einer der wichtigsten Unterschiedsspieler im Team von Julian Nagelsmann, hat nach seiner langen Verletzungspause jedoch noch nicht wieder konstant sein höchstes Niveau erreicht.


Zwar zeigte Musiala in den vergangenen Wochen immer wieder seine außergewöhnlichen Fähigkeiten, doch die ganz großen Momente blieben bislang aus. Auch in den beiden Testspielen gegen Finnland und die USA war der Bayern-Profi bemüht, wirkte aber noch nicht so dominant wie vor seiner Verletzung.

Kramer kritisiert öffentliche Debatte

Für ZDF-Experte Christoph Kramer wird dabei ein Aspekt zu wenig beachtet.

Der ehemalige Nationalspieler sieht die ständigen Diskussionen über Musialas Form kritisch und glaubt, dass diese dem Spieler eher schaden als helfen. „Wenn du mit jedem Spiel immer wieder gefragt wirst: ‘Hör mal, was ist denn eigentlich mit dir los?’ Das ist nie förderlich“, erklärte Kramer im Rahmen der WM-Berichterstattung.

Aus seiner Sicht werde Musiala permanent mit Erwartungen konfrontiert, die zusätzlichen Druck erzeugen.

Besonders problematisch findet Kramer die immer gleichen Fragen nach Musialas Leistungsstand. „Fragen wie: ‘Wie sieht es denn eigentlich bei dir aus?’ oder ‘Bei wie viel Prozent bist du?’ hört er nicht gerne“, betonte der Ex-Profi.

Der Grund liegt für Kramer auf der Hand: Solche Fragen transportierten automatisch die Botschaft, dass Musiala noch nicht wieder der Alte sei. „Weil das beinhaltet: ‘So richtig bei 100 Prozent bist du noch nicht’, und das ist nicht gut“, erklärte Kramer.

Vertrauen statt Zweifel

Jamal Musiala
Foto: IMAGO

Statt die Diskussion immer weiterzuführen, fordert Kramer einen anderen Umgang mit dem Bayern-Star. „Wir sollten ihm vertrauen“, sagte der 34-Jährige.

Dieses Vertrauen könne Musiala seiner Meinung nach bereits gegen Curaçao zurückzahlen. Gerade gegen den Außenseiter dürfte Deutschland viel Ballbesitz haben, wodurch der Offensivspieler häufiger in aussichtsreiche Situationen kommen könnte.

Auch beim FC Bayern war in den vergangenen Wochen zu erkennen, dass Musiala sich Schritt für Schritt zurückkämpft. Tore, Vorlagen und starke Einzelaktionen waren vorhanden, dennoch fehlte häufig noch die letzte Selbstverständlichkeit.

Genau deshalb könnte die Weltmeisterschaft zum Wendepunkt werden.

Ein früher Treffer oder eine starke Leistung zum Turnierauftakt könnten dem Nationalspieler zusätzliches Selbstvertrauen geben und die Diskussionen um seine Form schnell verstummen lassen.

Unabhängig vom WM-Verlauf bleibt die Einschätzung vieler Verantwortlicher unverändert: Musiala benötigt nach seiner langen Verletzung weiterhin Zeit.

Sowohl beim DFB als auch beim FC Bayern herrscht die Überzeugung, dass der Offensivstar wieder zu alter Stärke zurückfinden wird. Die Frage ist weniger, ob das passiert, sondern vielmehr wann.

Christoph Kramer hat dazu eine klare Meinung: Weniger Zweifel und mehr Vertrauen könnten dabei der beste Weg sein.

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