Nach dem überraschenden WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay hat Mats Hummels eine schonungslose Aufarbeitung gefordert. Joshua Kimmich übernahm derweil die volle Verantwortung für das erneute Scheitern.
Das frühe Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 sorgt weiter für heftige Diskussionen. Nach dem Scheitern im Sechzehntelfinale gegen Paraguay fordert Ex-Nationalspieler Mats Hummels nun personelle und strukturelle Konsequenzen beim DFB.
Im Mittelpunkt seiner Kritik steht dabei nicht nur die Mannschaft, sondern auch Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Hummels fordert Gespräche über Nagelsmann
Für Hummels reicht es nicht aus, das Turnier einfach abzuhaken. „Es schreit förmlich danach, Konsequenzen für die Verantwortlichen der Nationalmannschaft zu ziehen. Anders kann ich es nicht sagen“, erklärte der ehemalige Innenverteidiger.
Aus seiner Sicht müsse das Abschneiden der vergangenen Turniere kritisch hinterfragt werden. „Wir hatten die Europameisterschaft im eigenen Land, die Endrunde der Nations League im eigenen Land und jetzt diese Weltmeisterschaft mit erweitertem Teilnehmerfeld. Ich bin weiterhin überzeugt, dass der Auftritt bei der Heim-EM zu milde bewertet wird. Die beiden anderen Turniere waren schlicht enttäuschend.“
Deshalb seien Gespräche über die Zukunft unausweichlich. „Es muss darüber gesprochen werden – sowohl mit dem Bundestrainer selbst als auch innerhalb des Verbandes. Zumindest sollten Gespräche darüber stattfinden. Es geht nicht anders. Fußball ist ein Ergebnissport.“
Auch erfahrene Spieler in der Pflicht

Hummels sieht die Verantwortung allerdings nicht ausschließlich beim Trainer. Nach seiner Ansicht müsse auch der Kader kritisch hinterfragt werden. „Ich kann mir vorstellen, dass einige von ihnen ihre Nationalmannschaftskarriere von sich aus beenden.“
Darüber hinaus hält er weitere personelle Konsequenzen für denkbar. „Es gibt Spieler über 30, die bereits vier, fünf oder sechs Turniere hatten, um mit der deutschen Nationalmannschaft Erfolg oder zumindest ein gutes Ergebnis zu erzielen, und denen das nicht gelungen ist. Vielleicht muss man auch ihnen gegenüber Konsequenzen ziehen.“
Nationalmannschaftskapitän Joshua Kimmich schlug nach dem Ausscheiden einen anderen Ton an. Einen Rücktritt schloss der Bayern-Profi kategorisch aus. „Ich werde immer die Power haben für einen neuen Anlauf. Was ich niemals tun werde ist: Aufgeben.“
Gleichzeitig zeigte sich der 31-Jährige tief enttäuscht über das erneute Scheitern. „Fakt ist, dass wir das all den Menschen zu Hause nicht geben konnten. Das ist sehr, sehr schade. Gerade in einer Zeit, wo es uns, glaube ich, extrem guttun würde in Deutschland, wenn wir etwas haben, worauf man stolz sein kann. Die Nationalmannschaft ist es leider gerade nicht.“
Besonders deutlich wurde Kimmich bei der Frage nach der Verantwortung. „Dafür tragen wir alle Verantwortung und dafür müssen wir auch Verantwortung übernehmen. Da darf sich auch keiner rausnehmen.“
Der Bayern-Star stellte unmissverständlich klar, dass die Spieler selbst die Hauptschuld tragen. „Dafür müssen wir geradestehen. Weil wir Spieler, die auf dem Platz stehen, haben das verbockt. Das war nicht der Trainer, nicht die Medien, nicht der Schiedsrichter. Das waren einzig und allein wir.“

