Einige Spieler des FC Bayern sind bei der Weltmeisterschaft in Nordamerika bereits ausgeschieden. Zuletzt erwischte es Alphonso Davies, denn Kanada verlor mit 0:3 gegen Marokko und musste die Segel streichen. Das erzürnte einige Fans.
Denn die Kanadier mussten ohne ihren Topstar auskommen. Davies spielte in der Vorbereitung sowie in der Gruppenphase keine Rolle, kam im Sechzehntelfinale zu seinem Comeback.
Nach dem Kurzeinsatz hofften die Fans der Kanadier, dass ihr Idol im Achtelfinale eine größere Rolle spielen könnte. Doch das Gegenteil war der Fall.
“Bis vor zwei Tagen verlief seine Genesung absolut planmäßig, doch dann spürte er ein leichtes Ziehen”, erklärte Trainer Jesse Marsch nach dem Spiel.
Nach WM-Aus: Davies wird angefeindet
Davies selbst teilte mit, dass er auch bis zuletzt Hoffnung hatte. “Ich habe versucht zu sehen, wie es läuft – vielleicht hätte ich ja hereinkommen können, aber in 24 Stunden verschwindet so eine Oberschenkelverletzung nicht wie durch Zauberei. Ich habe meine Sprints gemacht und bei jedem Schritt etwas gespürt”, so der Bayern-Star.

Einige Fans warfen Davies vor, den FC Bayern im Vergleich mit der kanadischen Auswahl zu priorisieren. „Kann kaum erwarten, dass er in der ersten Pokalrunde ein Risiko eingeht“, schrieb einer der Fans. Oder: „Du willst mir erzählen, dass man es nicht mal für 15 Minuten in einem K.O.-Spiel versuchen kann?“
Es ging noch weiter. „Ich bin kein Fan mehr von dir“ oder „Ich hoffe, du magst Deutschland, denn Kanada brauchst du nicht mehr betreten“, schrieben die aufgebrachten Menschen in den sozialen Medien.
Teile der Fans forderten auch die Absetzung von Davies als Kapitän der Nationalmannschaft. Emotionale Reaktionen nach einem Ausscheiden bei einem großen Turnier mögen verständlich sein, das geht aber natürlich zu weit. Denn Davies versuchte alles, um rechtzeitig fit zu werden, arbeitete in der Reha sehr intensiv, all das nach einem sehr schweren Jahr, angefangen mit einem Kreuzbandriss, den er sich just bei der kanadischen Auswahl zuzog.

