Nach sechs Jahren: Bayern beendet teures Nübel-Kapitel

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Als der FC Bayern im Sommer 2020 die ablösefreie Verpflichtung von Alexander Nübel bestätigte, hoffte man beim Rekordmeister auf einen Coup. Und darauf, den potenziellen Nachfolger von Manuel Neuer frühzeitig unter Vertrag genommen zu haben. 

Sechs Jahre später endet das Kapitel Nübel beim FC Bayern. In dieser Zeit spielte der Torhüter beim Rekordmeister nur eine untergeordnete Rolle. Nur vier Pflichtspiele absolvierte er für den FCB.


Zwei Jahre spielte Nübel auf Leihbasis für die AS Monaco, weitere drei Jahre für den VfB Stuttgart. Und trotz guter Leistungen, mit denen er sogar den Sprung in den DFB-Kader schaffte, verpflichtete ihn kein Leihklub fest.

Nun folgt der Wechsel zu Besiktas. Diesmal nicht auf Leihbasis, was die beste Nachricht für den FC Bayern ist. Nebengeräusche wie eine Ausgleichszahlung, weil Nübel bei seinem künftigen Arbeitgeber weniger verdient als in München, gibt es aber trotzdem.

Nübel und Bayern: Missverständnisse en masse

Schon von Beginn an gab es Unstimmigkeiten in der Personalie Nübel. Schon im ersten Jahr wurde hitzig über eine angebliche Zusage, was gewisse Spielzeiten beim FC Bayern angeht, debattiert.

Damals kam es zum Konflikt zwischen Hasan Salihamidzic und Trainer Hansi Flick, der klipp und klar sagte, dass er die Mannschaft aufstellt und ihm niemand reinreden kann.

Hasan Salihamidzic und Hansi Flick
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Das war aber nur die Spitze des Eisbergs. Während seiner Leihgeschäfte hat der FC Bayern Nübel nie einen klaren Plan für die Zukunft aufgezeigt. Der Austausch miteinander fand dem Vernehmen nach auch nicht regelmäßig statt. Trotzdem hat der Keeper auch nie einen klaren Versuch unternommen, seine Karriere anderswo fortzusetzen.

Zwischen Neuer und Nübel gab es auch kein besonders inniges Verhältnis, obwohl beide eine Schalke-Vergangenheit haben. Im Gegenteil, es war eigentlich immer so, dass Nübel Geduld haben musste, bis Neuer Platz macht oder einräumt, Spiele abzutreten.

Das ist zuletzt geschehen, aber eben für Jonas Urbig, der zwischenzeitlich nach München wechselte und jetzt als Neuer-Nachfolger aufgebaut wird.

Die zwischenzeitliche Vertragsverlängerung mit dem Torhüter verlagerte die endgültige Auseinandersetzung mit der Zukunft nur weiter nach hinten und eröffnete keine neue Perspektive beim FC Bayern.

Hohe Gehaltszahlungen beeinflussen die Bewertung

Auch der Deal selbst muss genauer unter die Lupe genommen werden. Der damals hochtalentierte Nübel war zwar ablösefrei, Bayern zahlte aber ein hohes Handgeld für den Spieler und sicherte ihm ein sehr gutes Gehalt im zweistelligen Millionenbereich zu.

Umso schlimmer: Während seiner Leihen zahlte der Rekordmeister stets einen beträchtlichen Teil des Gehalts für den Torhüter. Die finanzielle Belastung blieb also vorhanden, auch wenn der Spieler anderswo Spielpraxis sammelte.

Dass er sich während seiner Leihe zum Nationalspieler entwickelte, trotzdem beim FC Bayern nie als die eine Option für die Zukunft angesehen wurde, ist ebenfalls etwas, das bei der gesamten Betrachtung eine Rolle spielt. Die Personalie Nübel war von vorne bis hinten vor allem eines, nämlich unglücklich.

Daher ist es die beste Nachricht für alle Beteiligten, dass dieses Kapitel nun endlich beendet ist. Nübel kann bei Besiktas versuchen, als Nummer eins eine Ära zu prägen und der Rekordmeister hat eine Personalie weniger auf der To-Do-List. Dass dieser Deal sicher einer der schlechteren in den letzten Jahren war, das steht aber außer Frage.

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