Michael Olise gehört zu den wertvollsten Spielern des FC Bayern und ist noch bis 2029 an den deutschen Rekordmeister gebunden. Eine Ausstiegsklausel besitzt sein Vertrag nicht. Trotzdem sorgt die langfristige Zukunft des Franzosen immer wieder für Diskussionen. Nun hat Vorstandschef Jan-Christian Dreesen mit einer bemerkenswerten Aussage für neue Spekulationen gesorgt.
Zunächst räumte Dreesen im Doppelpass mit einem Gerücht aus dem vergangenen Transfersommer auf. Demnach habe es keineswegs zahlreiche konkrete Angebote für den Offensivstar gegeben.
„Ein Unfug war, dass dieses Jahr im Sommer uns dutzendweise Angebote auf dem Tisch gelegen hätten. Das stimmte einfach nicht.“
Die Bayern mussten sich in der abgelaufenen Transferperiode demnach gar nicht mit einem konkreten Verkaufs-Szenario beschäftigen. Dennoch ist den Verantwortlichen bewusst, dass sich die Situation schon im kommenden Sommer verändern könnte.
Real Madrid und der FC Liverpool wurden zuletzt immer wieder als mögliche Interessenten gehandelt. Sollte Olise seine Leistungen bestätigen, dürfte der 24-Jährige auch künftig auf den Wunschlisten zahlreicher europäischer Schwergewichte stehen.
Dreesen vermeidet eine Olise-Garantie
Genau vor diesem Hintergrund sorgt eine weitere Aussage des Bayern-Bosses für Aufmerksamkeit. Auf eine langfristige Garantie für einen Verbleib des Franzosen wollte sich Dreesen nicht einlassen. „In dem Geschäft etwas zu versprechen, ist eine heikle Geschichte“, erklärte der 59-Jährige.
Noch interessanter war allerdings sein anschließender Zusatz: „Ob wir ihn dauerhaft werden halten können, das werden wir dann im nächsten Jahr im Sommer wieder neu besprechen.“
Bemerkenswert ist diese Aussage vor allem wegen Olises Vertragssituation. Auch nach der laufenden Saison wäre der Flügelspieler noch zwei weitere Jahre an den FC Bayern gebunden. Ohne Ausstiegsklausel haben die Münchner grundsätzlich eine starke Verhandlungsposition.
Dreesens Worte müssen deshalb keineswegs als Verkaufssignal verstanden werden. Sie zeigen allerdings, dass die Verantwortlichen offenbar auch ein Szenario im Blick haben, in dem im Sommer 2027 erstmals wirklich große Angebote für Olise auf dem Tisch liegen.
Dann könnte neben der Haltung des FC Bayern vor allem entscheidend sein, was der Spieler selbst möchte.
Bayern kennt solche Situationen nur zu gut

Ausgerechnet die Münchner wissen aus eigener Erfahrung, wie schwierig es für einen Verein werden kann, einen wechselwilligen Spieler trotz eines langfristigen Vertrags zu halten.
Über Jahrzehnte hinweg gelang es dem Rekordmeister immer wieder, begehrte Spieler zunächst von einem Wechsel nach München zu überzeugen. Anschließend erhöhte die grundsätzliche Einigung mit dem Profi den Druck auf dessen bisherigen Klub.
Auch beim Transfer von Harry Kane im Sommer 2023 spielte dessen klarer Wunsch, nach München zu wechseln, eine wichtige Rolle. Uli Hoeneß erklärte damals sogar, Tottenham werde „einknicken müssen“, weil sich Kane bereits für Bayern entschieden habe.
Sollte Olise irgendwann seinerseits einen klaren Wechselwunsch entwickeln, könnten sich die Münchner plötzlich auf der anderen Seite einer solchen Situation wiederfinden.
Aktuell gibt es allerdings keinen konkreten Hinweis darauf, dass der Franzose den FC Bayern verlassen möchte. Vielmehr fühlt er sich in München wohl und steht noch langfristig unter Vertrag. Wie sich die Situation bis zum kommenden Sommer entwickelt, könnte aber auch vom sportlichen Abschneiden abhängen. Gerade der Erfolg in der Champions League dürfte für einen Spieler seiner Klasse eine wichtige Rolle spielen.

