Olise plötzlich auf der Zehn: Kompany deutet neue Bayern-Rolle an

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Michael Olise war beim 5:0-Erfolg des FC Bayern gegen Bodø/Glimt der überragende Mann auf dem Platz. Zwei Tore, eine Vorlage unterstrichen die Gala des Franzosen. Interessant war dabei nicht nur, wie Olise spielte, sondern auch wo.

Nachdem Jamal Musiala in der zweiten Halbzeit ausgewechselt worden war, agierte Olise verstärkt im Zentrum auf der Zehner-Position. Lennart Karl rückte nach seiner Einwechslung auf die rechte Seite. Allerdings tauschten die beiden Offensivspieler immer wieder ihre Positionen.


Nach dem Spiel wurde Vincent Kompany auf der Pressekonferenz gefragt, ob Olise künftig häufiger als Zehner zum Einsatz kommen könnte. Der Bayern-Coach machte deutlich, dass er seinen Offensivstar ohnehin nicht auf eine feste Position beschränken möchte.

„Michael hat Freiheit auf dem Platz, egal ob auf der Position 10 oder auf der rechten Seite. Wenn er von rechts dribbelt, ist das ein Vorteil. Wenn er in die Mitte zieht, ist das ein Vorteil. Er hat ziemlich oft die Position mit Lenny getauscht. Beide sind flexibel. Mein einziges Ziel ist es, das Tor anzugreifen. Ich weiß, wo die Jungs Freiheit brauchen und wo sie ein bisschen Disziplin brauchen. Das Wichtigste ist, eine Gefahr darzustellen.“

Olise bekommt viele Freiheiten

Kompanys Aussagen zeigen, dass die klassische Positionsbezeichnung bei Olise nur eine untergeordnete Rolle spielt. Der Franzose soll sich im letzten Drittel flexibel bewegen und jene Räume besetzen, in denen er seine Qualitäten am besten zur Geltung bringen kann.

Normalerweise beginnt Olise auf dem rechten Flügel. Von dort kann der Linksfuß nach innen ziehen, selbst den Abschluss suchen oder seine Mitspieler in Szene setzen. Gegen Bodø/Glimt zeigte sich allerdings, dass er auch aus einer zentraleren Position heraus enorme Gefahr entwickeln kann.

Sein Treffer zum zwischenzeitlichen 4:0 war das beste Beispiel dafür. Olise agierte nach Musialas Auswechslung zentraler und erzielte mit einem sehenswerten Distanzschuss eines der schönsten Tore des Abends.

Dass auch Karl flexibel zwischen dem rechten Flügel und dem Zentrum wechseln kann, eröffnet Kompany zusätzliche taktische Möglichkeiten. Der Bayern-Trainer setzt ohnehin großen Wert auf variable Abläufe in seiner Offensive.

Setzt Bayern auf das Frankreich-Modell?

Michael Olise
Foto: IMAGO

Gerade die Zehner-Position ist beim FC Bayern besonders interessant. Musiala ist dort grundsätzlich die erste Wahl, befindet sich nach seiner längeren Pause allerdings noch auf dem Weg zurück zu seinem gewohnten Rhythmus. Gegen Bodø/Glimt feierte der 23-Jährige sein Startelf-Comeback und erzielte direkt das 1:0. Zudem haben die Bayern mit Neuzugang Ismael Saibari eine weitere Option.

Olises Auftritt zeigt Kompany nun eine weitere Möglichkeit auf. Der Franzose muss nicht dauerhaft vom rechten Flügel ins Zentrum versetzt werden. Durch seine Freiheiten kann er jedoch während einer Partie immer wieder die Zehner-Rolle übernehmen. Bei der WM 2026 hat er bereits für Frankreich auf der Zehn geglänzt und sieben Vorlagen gesammelt.

Mit seiner Spielintelligenz, seiner Technik und seiner Abschlussstärke bringt Olise dafür ohnehin beste Voraussetzungen mit. Gegen die Norweger sammelte er neben seinen beiden Toren und dem Assist auch sieben Schlüsselpässe und war an zahlreichen gefährlichen Bayern-Aktionen beteiligt.

Eine dauerhafte Umschulung zum Zehner hat Kompany mit seinen Aussagen nicht angekündigt. Vielmehr scheint der Bayern-Coach genau das Gegenteil zu wollen: Olise soll schwer auszurechnen bleiben und sich dort bewegen können, wo er dem Gegner am meisten wehtut.

Nach seiner Gala gegen Bodø/Glimt dürfte Kompany jedenfalls einen weiteren Beleg dafür bekommen haben, wie wertvoll diese Freiheit für Olise und das Bayern-Spiel sein kann.

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