Das bittere WM-Aus Englands sorgt für reichlich Diskussionen. BILD-Fußballchef Christian Falk sieht dabei auffällige Parallelen zu Thomas Tuchels Zeit beim FC Bayern – und wirft dem Nationaltrainer einen taktischen Fehler vor.
Nach der 1:2-Niederlage Englands gegen Argentinien im WM-Halbfinale steht Thomas Tuchel zunehmend in der Kritik. Besonders die taktische Ausrichtung nach der Führung sorgt für Diskussionen. BILD-Fußballchef Christian Falk erkennt dabei ein Muster, das Bayern-Fans nur allzu gut kennen dürften.
Der Transfer-Experte erinnert an das Champions-League-Halbfinale 2024 gegen Real Madrid. Damals führte der FC Bayern im Rückspiel im Santiago Bernabéu mit 1:0, ehe die Münchner das Spiel noch aus der Hand gaben und ausschieden.
„Damit ist England ebenso wie Deutschland aus der Weltmeisterschaft ausgeschieden. Und leider ist es nicht das erste Mal, dass wir miterleben, wie Thomas Tuchel diesen taktischen Fehler auf einer der größten Bühnen des Fußballs begeht“, so Falk.
Falk sieht deutliche Parallelen zum Real-Spiel
Nach Ansicht von Falk entschied sich Tuchel sowohl mit England als auch damals beim FC Bayern zu früh für eine defensive Herangehensweise.
„Im Champions-League-Halbfinale 2024, als der FC Bayern gegen Real Madrid spielte, führte der Bundesliga-Gigant im Rückspiel in Madrid mit 1:0. Und siehe da: Er beschloss daraufhin, Offensivspieler vom Platz zu nehmen. Ich erinnere mich, dass es Jamal Musiala, Leroy Sané und Harry Kane waren“, erklärte er.
Für Falk war genau das der Wendepunkt. „Es war genau wie beim Spiel Englands gegen Argentinien. Die Bayern lagen in Führung und zogen sich immer weiter in ihre eigene Hälfte zurück und weigerten sich, Fußball zu spielen. Das ist ein seltsames Opfer, denn wenn man sich weigert zu spielen, lädt man nur Angriffe von allen Seiten ein. Wie bei England stand es 1:1 und dann 2:1 in der Verlängerung – und dann schied Bayern aus!“
Auch Harry Kane hatte nach dem WM-Aus einen ähnlichen Eindruck geschildert. Der Bayern-Stürmer erklärte, England habe es nach der Führung versäumt, den Gegner weiter früh unter Druck zu setzen und dadurch immer mehr Kontrolle abgegeben.

Falk vermisst zudem Selbstkritik beim englischen Nationaltrainer. „Ich habe mir Tuchels Interviews nach dem Spiel angesehen, und er war nicht in der Stimmung zu sagen: ‚Okay, vielleicht habe ich einen Fehler gemacht.‘ Man fragt sich unweigerlich, warum sie so viele Verteidiger gleichzeitig auf dem Platz hatten.“
Sein Fazit fällt deutlich aus: „Er hat seinen Spielern damit praktisch signalisiert, dass England nicht stark genug ist, um sein eigenes Spiel zu spielen.“ Für Falk war genau diese Herangehensweise bereits dem FC Bayern im Halbfinale gegen Real Madrid zum Verhängnis geworden.

