Beim FC Bayern werden derzeit wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Nachdem CEO Jan-Christian Dreesen und Sportvorstand Max Eberl neue Verträge bis 2029 erhalten haben, soll nun auch Sportdirektor Christoph Freund langfristig an den deutschen Rekordmeister gebunden werden. Der Österreicher steht vor einer zeitnahen Vertragsverlängerung.
Während über die Zukunft von Eberl monatelang diskutiert wurde, scheint die Situation bei Freund deutlich unkomplizierter zu sein. Der 49-Jährige genießt innerhalb des Klubs offenbar großen Rückhalt. Größere Zweifel an einer weiteren Zusammenarbeit soll es nicht geben.
Dabei ist auch Freunds bisherige Bilanz in München keineswegs frei von Fehlern. Insbesondere zwei Transfers aus dem Winter 2023/24 entwickelten sich nicht wie erhofft.
Freunds Art kommt bei Bayern gut an
Freund war maßgeblich an den Verpflichtungen von Sacha Boey und Bryan Zaragoza beteiligt. Beide konnten die Erwartungen beim Rekordmeister bislang nicht erfüllen. Zaragoza wurde nach mehreren Leihstationen inzwischen an Espanyol Barcelona verliehen. Auch Boeys Zukunft in München ist weiterhin ein Thema.
Dennoch musste sich Freund deutlich weniger Kritik gefallen lassen als Eberl. Ein wichtiger Grund dafür soll seine Arbeitsweise sein.
„Das liegt daran, dass er ein Teamplayer ist und als ruhiger Zeitgenosse gilt. Er drängt nicht in die Öffentlichkeit und versucht – wie man hört – nicht, irgendwem das Wasser abzugraben“, erklärte SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger im Podcast „Die Bayern-Woche“.
Gerade die zurückhaltende Art des Österreichers scheint an der Säbener Straße gut anzukommen. Freund arbeitet seit seinem Wechsel von Red Bull Salzburg im September 2023 im Hintergrund und gilt intern als wichtiger Bestandteil der sportlichen Führung.
Zwischenzeitlich hatte es zwar Berichte über mögliche Spannungen zwischen Freund und Eberl gegeben. Diese wurden von den Verantwortlichen allerdings entschieden zurückgewiesen. Mittlerweile ist von einem belasteten Verhältnis zwischen den beiden Bayern-Bossen keine Rede mehr.
Guter Draht zu Dreesen als wichtiger Faktor

Ein weiterer Vorteil für Freund ist offenbar sein gutes Verhältnis zu CEO Jan-Christian Dreesen. Beide sollen eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten.
„Freund profitiert von seinem guten Verhältnis zum CEO. Sie arbeiten gut und eng zusammen. Dreesen sitzt als Mann der Zahlen auf der Schatzkiste des FC Bayern und muss die finanziellen Wünsche der sportlichen Leitung auf Sinnhaftigkeit prüfen. Da ist es nicht das Schlechteste, wenn man sich gut versteht“, erklärte Kumberger.
Neben der Arbeit auf dem Transfermarkt beschäftigt sich Freund intensiv mit der Nachwuchsarbeit und der Entwicklung des Campus. Gerade der stärkere Fokus auf eigene Talente spielt in der aktuellen Kaderstrategie der Münchner eine wichtige Rolle.
Erst nach dem Ende des Transferfensters betonte Freund, dass die Bayern ihren Kader bewusst nicht zu groß gestalten wollten. Damit sollen auch Nachwuchsspieler die Möglichkeit bekommen, sich bei den Profis zu etablieren.
Mit einer Verlängerung des aktuell bis 2027 laufenden Vertrags würde der FC Bayern nun auch bei Freund für langfristige Planungssicherheit sorgen. Nach Dreesen und Eberl wäre damit die nächste zentrale Personalie auf der Führungsebene geklärt.

