Beim FC Bayern wächst nach den jüngsten Punktverlusten die Unzufriedenheit. Auf das Remis gegen den FC Augsburg folgte in der Champions League ein turbulentes 3:3 bei Viking Stavanger. Trotz einer zwischenzeitlichen Führung ließen die Münchner erneut einen Sieg liegen. Besonders die vielen vermeidbaren Fehler sorgen bei den Verantwortlichen für Gesprächsbedarf.
Nach dem Remis in Norwegen machte Vincent Kompany keinen Hehl daraus, dass ihn die Leistung seiner Mannschaft ärgerte. „Es ist unsere eigene Schuld. Wir haben Konzentrationsfehler mit dabei gehabt“, erklärte der Belgier nach der Partie. Bereits gegen Augsburg habe sein Team nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen.
Besonders der Platzverweis von Michael Olise brachte Kompany auf die Palme. Der Franzose hatte sich von seinem Gegenspieler provozieren lassen und ihm den Ball ins Gesicht geworfen. Weil er zuvor bereits verwarnt worden war, sah er Gelb-Rot. „Und die Rote Karte ist dann natürlich überblöd“, stellte Kompany klar. Solche Fehler dürften auf diesem Niveau nicht passieren.
Falk überrascht von Kompany
Auch hinter den Kulissen soll der Ton zuletzt deutlich schärfer geworden sein. Insbesondere die Reaktion von Trainer Vincent Kompany beschrieb BILD-Reporter Christian Falk als bemerkenswert. „Der war richtig angefressen. So habe ich ihn noch nie erlebt“, erklärte Falk.
Kompany stelle sich normalerweise eher schützend vor die Mannschaft. Diesmal habe er jedoch einen anderen Weg eingeschlagen und die Spieler mit deutlichen Worten konfrontiert. Dementsprechend fielen die Worte des Belgiers auch auf der Pressekonferenz aus. Die Botschaft: Die gezeigten Leistungen und die Vielzahl an Fehlern entsprechen nicht den Erwartungen des Klubs.
Neben Kompany soll auch Sportvorstand Max Eberl in der Kabine klare Worte gefunden und den Profis unmissverständlich vermittelt haben, dass die Verantwortlichen mit der Fehlerquote nicht einverstanden sind.
„Eberl war auch in der Kabine und Eberl spricht nicht jedes Mal in der Kabine. Auch er hat der Mannschaft ganz klar zu verstehen gegeben: ‚Wir machen zu viele Fehler, wir sind nicht zufrieden mit euch’“, so Falk.

Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen kritisierte die Mannschaft nach dem Spiel ebenfalls und sprach von „unnötigen Fehlern“.
Drei deutliche Ansprachen als Warnsignal
Dass gleich mehrere Führungspersonen die Mannschaft zur Rede stellen, ist laut Falk kein Zufall. Dahinter stecke die Absicht, die Spieler wachzurütteln, bevor sich die Probleme weiter verschärfen. Noch gehe es um vermeidbare Punktverluste – die Verantwortlichen wollen offenbar verhindern, dass daraus tatsächliche Niederlagen und größere sportliche Rückschläge werden.
Für den FC Bayern ist die Lage damit ein deutliches Warnsignal. Die Mannschaft verfügt weiterhin über die Qualität, Spiele zu dominieren. Sie muss jedoch wieder konsequenter auftreten und individuelle Fehler reduzieren. Die Verantwortlichen haben offenbar klargemacht, dass sie eine schnelle Reaktion erwarten.

