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3 Gründe warum Thiago für Niko Kovac und den FC Bayern unverzichtbar ist

Thiago
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In den vergangenen Tagen gab es zahlreiche Diskussionen darüber ob Mittelfeldregisseur Thiago unantastbar im FCB-Mittelfeld ist. Der 29-jährige Spanier hat bei der 7:2-Gala gegen die Tottenham Hotspur eindrucksvoll bewiesen, dass er nach wie vor ein elementarer Bestandteil im bayerischen Spiel ist. Wir haben nachfolgende drei Gründe warum Thiago derzeit unverzichtbar für Niko Kovac und den FC Bayern ist.

Als Thiago im Sommer 2013 zum FC Bayern wechselte, machte Pep Guardiola mit seinen mittlerweile legendären Worten „Thiago oder nichts“ unmissverständlich klar, dass der Spanier sein absoluter Wunschspieler ist. Auch unter Niko Kovac spielt Thiago eine wichtige Rolle, lange Zeit galt dieser als unantastbar im bayerischen Mittelfeld. Beim Gastspiel in Paderborn am vergangenen Wochenende, wurde Thiago jedoch erstmals seit fast vier Jahren nach der Halbzeit ausgewechselt. Auch gestern Abend, beim furiosen 7:2-Erfolg gegen die Tottenham Hotspur in der Champions League, saß Thiago zunächst nur auf der Bank. Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde der 29-jährige jedoch eingewechselt und zeigte auf Anhieb warum er nach wie vor unverzichtbar ist für den FC Bayern.

1. Thiago der Stabilisator

Niko Kovac begründete seine gestrige Startauftstellung mit Joshua Kimmich und Corentin Tolisso im Mittelfeld damit, dass der Franzose mehr Offensivpower mitbringen würde. Kimmich hingegen war als klassischer 6er eher defensiv eingestellt. Blickt man auf die ersten 30 Minuten der Begegnung zurück, wird man schnell feststellen, dass Kovac mit seinem „riskanten“ Plan viel Glück hatte. Tottenham erspielte sich in der Anfangsphase ein deutliches Chancenplus, auch weil das bayerische Mittelfeld nicht in der Lage war die eigene Defensive genügend zu unterstützen.

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Erst mit der Einwechslung von Thiago zu Beginn der zweien Halbzeit, bekam das bayerische Spiel, in beide Richtungen, deutlich mehr Stabilität. Thiago ist kein klassischer 6er, aber auch kein klassischer 10er, dennoch beherrscht er beides. Er kann sowohl harte Zweikämpfe führen, aber auch gefährliche Angriff einleiten, wie unter anderem sein geniales Zuspiel kurz vor dem 5:2 durch Serge Gnabry gezeigt hat. Thiago schafft es immer wieder die perfekte Balance zwischen Offensive und Defensive zu finden. Diese Fähigkeit hat er sich in den vergangenen Jahren angeneigt und ist bei Tolisso, Kimmich und Goretzka noch nicht in dieser Form vorhanden.

2. Thiago der Spielgestalter

Mit Philippe Coutinho hat der FC Bayern vergangenen Sommer einen echten Spielmacher verpflichtet, der Brasilianer soll hinter Robert Lewandowski das bayerische Offensivspiel ankurbeln. Coutinho verfügt zweifelsfrei über diese Qualitäten und hat sein Können bereits das eine oder andere Mal aufblitzen lassen. Mit Thiago hat Niko Kovac aber einen weiteren Spielgestalter in seinen Reihen, der das Spiel von hinten aufzieht. Ähnlich wie die Ex-Bayern-Profis Bastian Schweinsteiger und Michael Ballack, holt sich Thiago bei eigenem Ballbesitz immer wieder den Ball in der Defensive ab und dirigiert das bayerische Spiel. Bei Schweinsteiger hat man oft den Vergleich zum Quarterback im American Football gezogen, der aus einer tiefen Position heraus die Bälle verteilt, genau diese Rolle nimmt auch Thiago ein. Er ist oft derjenige, der den ersten Impuls setzt und damit großen Einfluss auf das Spiel nehmen kann.

3. Thiago der Leader

Seit mehr als sechs Jahren spielt Thiago mittlerweile für den FC Bayern, damit gehört er zu den dienstältesten Profis im aktuellen Bayern-Kader. Der Spanier hat sich in dieser Zeit nicht nur auf dem Platz zu einem absoluten Leader entwickelt, sondern auch daneben. Ein Indiz dafür ist unter anderem die Tatsache, dass Thiago Teil des neuen Mannschaftsrat beim FCB ist. Auch wenn Thiago kein Lautsprecher ist, wie z.B. Joshua Kimmich oder Robert Lewandowski ist, die gerne auch mal öffentlich Kritik äußern, steht er in der Hierarchie beim deutschen Rekordmeister ganz weit oben und sein Wort hat sowohl bei den Mitspielern, als auch bei den Verantwortlichen ein hohes Gewicht.

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Für viele Experten und Fans ist Thiago der verlängerte Arm von Niko Kovac auf dem Platz und der Kroate kommuniziert in der Tat sehr viel und häufig während Spielen mit Thiago. Auch gestern Abend in London gab es immer wieder kurze Anweisungen von Kovac in Richtung Thiago. Dessen Aufgabe ist es diese umzusetzen und seine Mitspieler entsprechend zu integrieren.

Die Auswechslung gegen Paderborn und der Bankplatz gegen Tottenham waren ein Denkzettel für Thiago. Schaut man auf die Leistung des Spaniers in der zweiten Hälfte, scheint die Botschaft von Niko Kovac durchaus angekommen zu sein. Aber auch Thiago hat ein klares Signal in Richtung Kovac gesendet: auch wenn der Kroate durchaus qualitative Alternativen bzw. Optionen im Mittelfeld hat, ist Thiago derzeit unverzichtbar für den FCB.