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Als Kahn vom Golfball getroffen wurde

Oliver Kahn und Andrew Sinkala
Foto: Vladimir Rys/Bongarts/Getty Images

Am 12. April 2000 spielte der FC Bayern gegen den SC Freiburg. In einem umkämpften Spiel gewann der deutsche Rekordmeister mit 2:1 im Braichsgau, doch darüber sprach hinterher keiner mehr. Es war vielmehr eine Szene in der 90. Minute wo der Keeper des FCB, Oliver Kahn, zu Boden ging und ihm das Blut über die Wange ring. Der „Kicker“ erinnert sich.



Oliver Kahn gehört zu den besten Torhütern aller Zeiten. Der „Titan“ war für den FCB, sowohl als auch für die Nationalmannschaft, absoluter Leistungsträger. In 632 Spielen für die Bayern blieb er 247-mal zu „Null“ und war der Garant für den Triumph in der Champions League im Jahre 2001.

„Als Kahn zum Vulkan wurde“

In jener 90. Minute am 12. April 2000 stand Kahn nach dem Treffer auf und lief in Richtung Eckfahne, wo er ein Golfball vom Rasen aufhob. Diese harte Kunststoffschale wäre beinahe dafür verantwortlich gewesen, dass Kahn erblindet sei. „Wenn er nur etwas tiefer getroffen worden wäre, dann könnte er jetzt blind sein“, so sein ehemaliger Trainer Ottmar Hitzfeld.

Der so aufbrausende Kahn blieb, zum Erstaunen aller, zunächst ruhig und wartete den Abpfiff von Schiedsrichter Uwe Kemmling ab, ehe er zum Vulkan wurde. Der damals 30-Jährige rastete aus und und beschimpft das Freiburger Publikum und die Spieler, selbst Bayern-Manager Uli Hoeneß konnte seinen Keeper nicht beruhigen. Die Emotionen kochten auf dem Spielfeld und auf den Rängen über.

Als Täter wurde ein 16-Jähriger Schüler ermittelt, der versichert hat, dass er Kahn nicht verletzen wolle. Das Gericht glaubte ihm, weshalb er mit 30 Stunden gemeinnütziger Arbeit davonkam. Der SC Freiburg musste 38.000 Euro Strafe zahlen und entschuldigte sich bei den nächsten Heimspielen gegen die Bayern mit Zitaten wie: „Sorry Oli“.