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Ehemaliges Bayern-Talent plaudert über Hoeneß und Guardiola

Lukas Görtler
Foto: imago images

Einst war er ein Top-Talent bei den Bayern-Amateuren, nun ist er in der Schweiz beim FC St. Gallen aktiv. Lukas Görtler ist wohl den wenigsten ein Begriff. Doch auch er stand bereits für das Profiteam der Münchner auf dem Platz. Sein erstes und bislang einziges Bundesligaspiel absolvierte er ausgerechnet unter Star-Trainer Pep Guardiola. Nun plaudert der heute 26-jährige, wie ihm die Zusammenarbeit mit dem Spanier zugesetzt hat und was ihm an Uli Hoeneß besonders beeindruckt hat.

In der Saison 2014/15 wurde der damals 20-jährige Lukas Görtler für seine starken Leistungen bei den Amateuren belohnt, indem er einige Male mit den Profis trainieren und gegen Leverkusen 20 Minuten Bundesliga-Luft schnuppern durfte. Zwar konnte sich Görtler nicht durchsetzen, so hat er noch immer detaillierte Erinnerungen an die damalige Zeit. Vor allem die Trainings unter Guardiola haben den damaligen Youngstar zu schaffen gemacht. „Eine Trainingsszene war bezeichnend: Als ich zum dritten Mal bei den Profis dabei und noch sehr nervös war, forderte Pep, dass ich einen Diagonalball spielen sollte. Obwohl der Pass zweimal nicht beim Mitspieler ankam, sollte ich es trotzdem immer wieder machen. Ich bin fast verzweifelt, es funktionierte gar nichts mehr,“ erinnert er sich im Interview mit der Sport Bild. „Irgendwann hat es dann doch geklappt und Pep hat mich nach dem Training zur Seite genommen. Er sagte: ‚Ich wollte dich nicht bloßstellen, sondern auf solche Situationen im Spiel vorbereiten und dich daran gewöhnen, mit enormem Druck umzugehen.‘ Das fand ich cool,“, so Görtler.

Hoeneß beglich die Schulden eines ehemaligen Bayern-Nachwuchsspielers

Wenngleich der Mittelfeldspieler viel unter dem katalanischen Coach lernen konnte, plante er die Münchner in Richtung Kaiserslautern zu verlassen. So kam es zu einem Treffen mit Uli Hoeneß, der zunächst einen Transfer ablehnte. Doch Görtler suchte abermals das Gespräch mit Hoeneß, der zu dieser Zeit als Freigänger im Nachwuchsleistungszentrum der Bayern arbeitete. „Wir hatten ein Super-Gespräch, in dem ich ihm deutlich machte, dass es mein Kindheitstraum sei, einen Profi-Vertrag zu unterschreiben. Hoeneß versprach mir, sich darum zu kümmern, dass ein Ersatz für mich gesucht würde,“ erinnert er sich. Eines Tages klingelte dann um 10 Uhr Morgen Görtlers Handy, der noch etwas schlaftrunken nach einer Party-Nacht im Bett lag. „Der Anrufer meldete sich mir den Worten: ‚Uli Hoeneß hier, schläfst du noch?‘ Er fragte, ob ich noch immer wechseln wolle, sie hätten nämlich Ersatz gefunden, und ich könne gehen“, erzählt er. So machte der ehemalige Bayern-Präsident den Weg für Görtler frei.

Doch dieser hat noch eine andere prägende Erinnerung an Hoeneß. „Er führte noch ein Telefonat mit einer Bank, bei der ein ehemaliger Bayern-Spieler aus dem Nachwuchsbereich Schulden hatte. Hoeneß hat diese Schulden privat beglichen, wollte dem Spieler damit aus einem persönlichen Tief raushelfen“, beschreibt er die rührende Szene. Nur ein Beispiel von vielen, in denen der 68-jährige bewies, wie ihn sein Verein am Herzen liegt.