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Reif kritisiert Bayern-Theater: „Sie geben ein jämmerliches Bild ab“ – Auch Matthäus plagen Zweifel

Flick, Kahn und Salihamidzic
Foto: imago images

Es ist schon bezeichnend, wenn derzeit mehr über den Konflikt zwischen Hansi Flick und Salihamidzic und die damit verbundene Trainerfrage diskutiert wird als über das entscheidende Rückspiel gegen Paris Saint-Germain in der Champions League. Mit den jüngsten Aussagen der Beteiligten, hat der Verein jedoch auch selbst für viele Fragezeichen gesorgt. Experten und Fans glauben demnach mehrheitlich nicht mehr an eine weitere Zusammenarbeit der Streithähne und prognostizieren einen Abgang des Bayern-Trainers.



In der Pressekonferenz am Freitag machte Hansi Flick erneut deutlich, dass er zur Trainerfrage nichts mehr zu sagen hat. Intern dürfte dies jedoch ein wenig anders aussehen. Laut Bild-Berichten soll nach der CL-Partie in Paris ein wichtiges Treffen stattfinden, bei dem es über die Zukunft des Trainers geht. Lothar Matthäus ist sich bereits relativ sicher, dass eine Zukunft mit Flick und Salihamidzic nicht mehr möglich ist. „Beide haben unterschiedliche Meinungen, zum Beispiel in der Kaderplanung. Ich glaube, dass das nicht mehr zu kitten ist. Es ist logisch, dass jetzt ein Gespräch stattfinden muss. Sollte Flick die Bayern verlassen, brauchen sie einen Nachfolger“, so der 150-malige Nationalspieler im Bild-Podcast „Bayern Insider“. Der 60-Jährige wünscht sich zwar einen Verbleib des Trainers, glaubt jedoch, dass dieser beim DFB-Team landen wird. Das Erbe von Flick könnte zum Beispiel Julian Nagelsmann antreten.

Reif attackiert die Verantwortlichen: „Das Bild, dass die Bayern abgeben ist jämmerlich“

Geht es nach den Münchner Fans, sollte jedoch nicht Flick die Koffer packen, sondern Hasan Salihamidzic. In einer Bild-Umfrage stimmten 93 Prozent dafür, dass der Erfolgstrainer wichtiger sei als der Sportdirektor. Bild-Experte Marcel Reif bringt ebenfalls eine Trennung von Salihamidzic ins Spiel und fordert die Streithähne dazu auf, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. „Reibung ist gut, aber sie muss konstruktiv in eine gemeinsame Richtung führen. So kann man keinen Profifußball organisieren. Flick und Salihamidzic werden funktionieren müssen, wenn sie keine Trainer-Alternative finden – oder aber sie suchen nach einem neuen Sportdirektor“, so der frühere Kommentator. Allerdings gibt es bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Anzeichen dafür, dass der Bosnier um seinen Job fürchten muss. Sollte jedoch intern über den 44-Jährigen diskutiert werden, so ist man gut beraten, dies Öffentlich nicht zur Schau zu stellen. Dies würde das wenig souveräne Auftreten der Münchner nur noch verschlimmern. „Das Bild, dass die Bayern Abgeben ist, ziemlich jämmerlich“, wütet Reif, der damit nicht nur Salihamidzic und Flick, sondern auch den Umgang mit Jerome Boateng meint.

Rummenigge versucht zu entschärfen – Flick gießt erneut Öl ins Feuer

Bleibt zu hoffen, dass die Bayern in der Champions League genauso kämpfen, wie auf den Nebenschauplätzen. Für viel Ruhe und Fokus sorgen diese jedenfalls nicht. Rummenigge versuchte gegenüber der Bild noch, Ruhe in den Flick-Salihamidzic-Zoff reinzubringen. „Das Thema muss jetzt ein Ende haben. Wir müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren“, so der Vorstandsvorsitzende. Damit wäre den Bayern und dem Team vermutlich ein Gefallen getan. Die kleinen Sticheleien von Hansi Flick tragen dazu jedoch eher weniger bei. „Wir hatten letztes Jahr eine Mannschaft, die qualitativ – ich glaube, das weiß jeder – besser war als die Mannschaft dieses Jahr“, erklärte der Bayern-Trainer auf der PK. Ob man das jetzt als Seitenhieb gegen die Arbeit von Salihamidzic werten kann, ist unklar. Flick täte jedoch gut daran, sein Missfallen über die Kaderzusammenstellung nicht mehr öffentlich zur Schau zu stellen.