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Darum macht ein Richards-Verkauf für die Bayern keinen Sinn

Chris Richards
Foto: imago images

Die Münchner Verkaufsliste ist mit Spielern, wie Bouna Sarr, Michael Cuisance und Corentin Tolisso schon recht prominent besetzt. Allen Anschein nach, darf jedoch auch das Abwehr-Talent Chris Richards den Klub für zehn Millionen Euro verlassen. Ob der FCB mit einem solchen Deal gut fährt, darf mehr als nur bezweifelt werden.



Seit 2018 trägt Chris Richards das Trikot der Roten, nachdem er vom FC Dallas in die bayerische Landeshauptstadt gewechselt war. Der damals 18-Jährige machte seine ersten Schritte in der U19, gehörte aber schon bald zu den Leistungsträgern bei Bayern II. Immer häufiger durfte der US-Amerikaner bei den Profis reinschnuppern, ehe er für ein halbes Jahr nach Hoffenheim verliehen wurde. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Leihspielern, wie Cuisance, Fein oder Batista-Meier nutzte der 21-Jährige Chance und wurde auf Anhieb Stammspieler und Leistungsträger. Erinnert eigentlich alles ein wenig an den jungen David Alaba, nur eine vergleichbare Wertschätzung scheint er nicht zu erhalten.

Wirft der FC Bayern seine Philosophie auf den Kopf?

Die Frage muss erlaubt sein, warum die Bayern ein Talent verhökern möchten, das eigentlich genau den Weg eingeschlagen hat, den man sich von einem Eigengewächs nur wünschen kann. Noch vor wenigen Wochen verkündeten die Bosse einstimmig, dass man in Zukunft auf die Jugend setzen möchte und von teuren Transfers Abstand nimmt. Ein Richards-Verkauf würde die zuvor ausgeschriebene Philosophie ins Absurdum führen. Dabei muss man auch noch bedenken, dass der US-Boy einer von ganz wenigen Bayern-Youngstern ist, die sich bei den Profis durchsetzen könnten.

Richards-Verkauf wäre ein schlechtes Signal an die Jugend

Ein Verkauf von Richards wäre das denkbar schlechteste Zeichen für alle Bayern-Jugendspieler, die dem 21-Jährigen nacheifern möchten. Gleiches gilt für die Youngster vom FC Dallas, die regelmäßig die Möglichkeit bekommen, beim FC Bayern vorzuspielen. Auslöser dieser Kooperation war unter anderem der Richards-Transfer. Jagt man den Innenverteidiger jetzt vom Hof, sendet man das Signal, dass die Münchner ohnehin nicht auf Nachwuchskräfte bauen. All das, obwohl sich der Spieler hervorragend entwickelt hat.

Dank seiner Vielseitigkeit gäbe es durchaus die Möglichkeiten, dem Abwehr-Talent Spielpraxis zu ermöglichen. Schließlich kann er in der Abwehrkette jede Position spielen. Als Allzweck-Back-Up mit Potential für mehr ist Richards eigentlich ein passender Kaderspieler. Es scheint zudem nur schwer nachvollziehbar zu sein, dass ein Welt-Klub, wie der FC Bayern auf die paar Richards-Millionen angewiesen ist, um vielleicht doch noch einen Neuzugang präsentieren zu können. Sollte dann auch noch ein Spieler, wie Thilo Kehrer als Ersatz kommen, der bei Paris gescheitert ist, muss man sich ernsthaft fragen, welche Philosophie die Bosse eigentlich verfolgen. Im Falle von Richards wäre sicherlich eine erneute Leihe denkbar, von einem Verkauf sollte man aber dringend absehen.