Mit Musiala und Karl: Matthäus sieht Bayern vor nächstem Qualitätssprung

Vjekoslav Keskic

Der FC Bayern darf sich bald auf ein Comeback freuen, das die gesamte Statik der Mannschaft verändert: Jamal Musiala arbeitet mit Hochdruck an seiner Rückkehr. Für Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus ist klar, dass der 22-Jährige in der aktuellen Münchner Erfolgsphase sogar noch einmal entscheidend an Qualität draufpacken wird. Doch auch Shootingstar Lennart Karl spielt in seiner Bewertung eine zentrale Rolle.

Während sich die Münchner auf das mögliche Comeback des Nationalspielers beim Test gegen RB Salzburg am 6. Januar vorbereiten, schärft Lothar Matthäus den Blick dafür, was Musiala der Mannschaft geben kann. „Musiala ist ein Spieler, der Bayern noch einmal höher bringt“, sagt der TV-Experte im Gespräch mit RTL: „Er ist ein Unterschiedsspieler.“

Matthäus erinnert an die bitteren Momente der Vorsaison, als Musiala im Frühjahr mit einem Muskelbündelriss ausfiel. Vor allem im Champions-League-Viertelfinale gegen Inter Mailand, wo der FC Bayern ausschied, fehlte die kreative Durchschlagskraft des Offensivkünstlers. Es sei der Moment gewesen, so Matthäus, „in dem man gesehen hat, dass man Musiala gerne dabei gehabt hätte“.

Nach seinem Wadenbeinbruch arbeitet Musiala inzwischen wieder intensiv an seiner Rückkehr. Seine individuelle Klasse gilt als fest eingeplanter Faktor für die Rückrunde – ein Comeback, das den ohnehin stabilen Bayern noch mehr Variabilität und Unberechenbarkeit verleihen könnte.

Karl begeistert – doch Matthäus warnt vor Überhöhung

Bis Musiala wieder auf dem Platz steht, hat ein anderer Spieler die Bühne übernommen: Lennart Karl. Der 17-Jährige begeistert Woche für Woche mit Toren, Dribblings und einer erstaunlichen Reife – und Matthäus sieht in ihm das Potenzial, die gleiche Rolle einzunehmen, die Musiala bereits erfüllt.

„Lennart Karl hat hervorragende Leistungen gebracht. Er ist ein Fanliebling geworden, er trifft, dribbelt, macht gute Spiele“, schwärmt Matthäus. Der Rekord-Nationalspieler erkennt in Karls Dynamik und Entschlossenheit das Profil eines Spielers, „der zu einem Unterschiedsspieler werden kann“.

Gleichzeitig mahnt er zur Geduld: „Lasst ihn einfach ein bisschen in Ruhe, er wird sich weiterentwickeln.“ Der Karl-Hype sei nachvollziehbar, aber man müsse bei einem 17-Jährigen auch die Belastung steuern.

Für Matthäus steht dennoch fest: Sollte der Youngster seine Form bestätigen, ist er ein Pflichtkandidat für die WM 2026. „Dann führt kein Weg an ihm vorbei“, so der Experte mit Blick auf Bundestrainer Julian Nagelsmann.

Sorgen um Übermut oder Abheben hat Matthäus nicht. Dafür seien die Wegbegleiter zu erfahren: „Mit Michael Ballack hat er ein gutes Management, beim FC Bayern hat er erfahrene und erfolgreiche Mitspieler. Da ist er sehr gut aufgehoben.“

Karl, der zuletzt bei der deutschen U21 mit drei Toren in zwei Partien glänzte, steht inzwischen bei fünf Treffern und zwei Vorlagen in 18 Pflichtspielen für die Münchner – und bleibt die Entdeckung der Saison.

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