Manuel Neuer und Jonas Urbig sorgen für Ruhe im Bayern-Tor. Sportdirektor Christoph Freund spricht von einer „perfekten Situation“ für den Rekordmeister.
Seit seinem Wechsel im Sommer 2011 vom FC Schalke 04 zum FC Bayern ist Manuel Neuer die unumstrittene Nummer eins zwischen den Pfosten der Münchner. Mit inzwischen 39 Jahren befindet sich der Weltmeister von 2014 zwar im Spätherbst seiner Karriere, doch beim deutschen Rekordmeister herrscht auf der Torhüterposition keineswegs Unruhe – im Gegenteil.
Mit Jonas Urbig haben die Bayern längst einen hochveranlagten Nachfolger im Kader, der behutsam aufgebaut wird. Sportdirektor Christoph Freund sprach im Interview mit dem Münchner Merkur/tz nun offen über die aktuelle Konstellation – und fand dabei deutliche Worte.
Freund schwärmt von Neuer als Mentor

„Einen besseren Lehrmeister als Manuel Neuer kann es für einen jungen Torhüter nicht geben“, betonte Freund und bezeichnete die aktuelle Lage im Bayern-Tor als „perfekte Situation“. Der Österreicher hob dabei besonders hervor, wie außergewöhnlich professionell Neuer mit seiner Rolle umgeht – auch im Wissen, dass die Zukunft perspektivisch einem Jüngeren gehört.
Dass der Kapitän inzwischen bereit ist, Jonas Urbig gezielt Spielzeit zu überlassen, sei alles andere als selbstverständlich. Neuer befinde sich „in einer anderen Phase seiner Karriere“, gehe diese aber „außergewöhnlich gut an“. Freund betonte dabei nicht nur die sportliche, sondern auch die menschliche Dimension: Neuer unterstütze Urbig, tausche sich regelmäßig mit ihm aus und suche aktiv das Gespräch. „Das ist eine große Qualität – sportlich wie menschlich“, so der Bayern-Sportdirektor.
Keine Deadline für Neuers Entscheidung
Offen bleibt derweil, wie es mit Manuel Neuer über den Sommer hinaus weitergeht. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus, eine Verlängerung ist weiterhin möglich, aber noch nicht entschieden. Klar ist: Der FC Bayern will seinem langjährigen Führungsspieler keinerlei Druck machen.
„Es wird von unserer Seite keinen Druck und keine Deadline geben, sondern einen offenen Austausch“, stellte Freund klar. Neuer solle selbst entscheiden, wie es weitergeht – abhängig von Körpergefühl, Leistungsniveau und persönlicher Motivation.
Beim FC Bayern ist man überzeugt, für beide Szenarien gut gerüstet zu sein. Ob mit Neuer als Nummer eins oder mit Urbig als nächstem Schritt in eine neue Torwart-Ära: Zwischen den Pfosten herrscht an der Säbener Straße derzeit vor allem eines – Ruhe.
