Vom Notnagel zum Erfolgstrainer: Kompany lässt der Hype kalt

Vjekoslav Keskic
Foto: IMAGO

Vincent Kompany hat den FC Bayern in kürzester Zeit zurück an die europäische Spitze geführt – doch vom wachsenden Hype um seine Person will der Belgier nichts wissen. Vor dem Champions-League-Kracher gegen Real Madrid fand der 40-Jährige deutliche Worte und stellte klar, dass ihn öffentliche Bewertungen nicht beeinflussen.


Als Kompany im Sommer 2024 an die Säbener Straße kam, galt er noch als Notlösung. Nach mehreren Absagen von Wunschkandidaten entschieden sich die Bayern-Bosse für den damals vergleichsweise unerfahrenen Trainer. Knapp anderthalb Jahre später hat sich das Bild komplett gewandelt: Der FCB spielt dominant, ist auf Titelkurs – und Kompany wird von vielen Experten als einer der aktuell besten Trainer Europas gehandelt.

„Man darf diesem Hype nicht immer folgen“

Doch genau diese Entwicklung sieht der Belgier kritisch. „Man darf diesem Hype nicht immer folgen. Und man darf dem Drama nicht immer folgen“, erklärte er auf der Pressekonferenz – und sprach damit ein grundlegendes Problem im Fußball an.

Kompany verwies dabei auf die Schnelllebigkeit der öffentlichen Wahrnehmung: „Man kann nicht damit leben, dass ich vor zwei Jahren der schlechteste Trainer war und heute der allerbeste.“ Eine Aussage, die zeigt, wie bewusst der Bayern-Coach mit externen Bewertungen umgeht.

Für Kompany ist klar: Wer sich von Lob oder Kritik zu stark beeinflussen lässt, verliert den Fokus. „Wenn man sich von diesen Geräuschen beeinflussen lässt, dann wird man schlechter“, betonte er.

Stattdessen setzt der 40-Jährige auf Konstanz – unabhängig davon, ob die Stimmung gerade positiv oder negativ ist. Dabei macht er deutlich, dass er sowohl mit Erfolg als auch mit Rückschlägen umgehen kann: „Es ist schöner auf diese Art und Weise, ich kann aber auch in einer härteren Umgebung bestehen und glücklich leben.“

Ruhe als Erfolgsfaktor

Vincent Kompany
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Diese Haltung spiegelt sich auch in der Entwicklung des FC Bayern wider. Unter Kompany hat sich nicht nur die Spielweise verbessert, sondern auch die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft. Ruhe, Klarheit und Struktur sind zu zentralen Elementen geworden – Faktoren, die in der heißen Saisonphase entscheidend sein können.

Gerade vor dem wichtigen Duell mit Real Madrid wirkt diese Gelassenheit wie ein Vorteil. Während von außen große Erwartungen und Euphorie aufgebaut werden, bleibt der Trainer bewusst auf Distanz.

Kompanys Worte sind damit auch eine klare Botschaft an sein Team: Es zählt nicht, was von außen gesagt wird – sondern nur das, was auf dem Platz passiert.

Der FC Bayern geht mit breiter Brust in das Rückspiel gegen die Königlichen. Doch statt sich vom eigenen Höhenflug blenden zu lassen, setzt der Trainer auf maximale Konzentration.

Oder, um es mit seinen eigenen Worten zu sagen: Wer dem Hype folgt, wird schlechter. Und genau das will Kompany verhindern.

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