„Wir kommen immer zurück“: Eberl schwärmt von den Comeback-Bayern

Vjekoslav Keskic
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Der FC Bayern steht nach einem spektakulären 4:3-Erfolg gegen Real Madrid im Halbfinale der Champions League. Nach dem 2:1-Auswärtssieg im Hinspiel machten die Münchner in der Allianz Arena den Einzug in die Runde der letzten vier Teams perfekt – und das auf eine Art und Weise, die sinnbildlich für die gesamte Saison steht. Sportvorstand Max Eberl fand nach Abpfiff deutliche Worte zur Leistung seiner Mannschaft – und lieferte spannende Einblicke in Spielverlauf und Dynamik.


Eberl zeigte sich nach Abpfiff entsprechend emotional. „Sehr, sehr. Es war eine hohe Hürde, die wir zu bespielen hatten, im  Bernabéu auch schon. Dann haben wir es uns heute selbst etwas schwerer gemacht von Beginn an, wenn ich das so sagen kann“, erklärte der 52-Jährige am Mikrofon von DAZN.

Vor allem die Comeback-Qualitäten beeindruckten den Bayern-Boss. Immer wieder gerieten die Münchner in Rückstand – und fanden dennoch die passende Antwort. „Das Spiel zeigt einfach so ein bisschen auch, wie wir sind. Wir kommen immer zurück“, betonte Eberl und führte weiter aus: „Natürlich hat uns der frühe Rückstand ein bisschen beeinflusst, aber wir haben relativ schnell Reset-Knopf gedrückt, haben das 1:1 gemacht, 1:2 zurück, 2:2 gemacht, 3:2 zurück. 3:3, 4:3 am Ende – das zeigt und beschreibt ein bisschen diesen Charakter dieser Mannschaft.“

Für Eberl steht fest: Es ist nicht nur die spielerische Qualität, die den Unterschied macht. „Wir können Fußball spielen, aber vor allem können wir uns wehren und stabil bleiben.“

„Es fühlt sich einfach großartig an“

Neben der reinen Spielanalyse rückte Eberl vor allem den Teamgeist und die Energie innerhalb des Klubs in den Fokus. Für den Sportvorstand ist der Halbfinal-Einzug kein Zufall, sondern das Resultat einer besonderen Dynamik innerhalb der Mannschaft.

„Es fühlt sich einfach großartig an. Und es fühlt sich genauso an, wie es über die ganze Saison schon war, dass diese Mannschaft, dieser Verein extrem lebt, zusammensteht“, erklärte Eberl.

Dabei gehe es nicht nur um das, was auf dem Platz passiert. Vielmehr sei es das Gesamtgefüge, das den Unterschied ausmache. „Diese Kraft, das sind manchmal Kleinigkeiten. Vielleicht passiert es gar nicht auf dem Platz, sondern daneben, weil alle Energie daneben auch dabei ist.“

Gerade in Spielen dieser Kategorie könne genau dieser Faktor den Ausschlag geben. Der FCB präsentierte sich gegen Real als geschlossene Einheit – und überstand selbst kritische Phasen mit bemerkenswerter Stabilität.

Bayern findet Lösungen gegen Real

Vincent Kompany
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Trotz des spektakulären Erfolgs lief nicht alles reibungslos. Insbesondere defensiv offenbarte der deutsche Rekordmeister phasenweise Schwächen, die Real Madrid konsequent auszunutzen versuchte.

„Das war eben genau die Achtung, die wir gehabt haben in der Defensive, weil das war dann oft das Problem“, analysierte Eberl offen.

Gleichzeitig erkannte der Bayern-Boss auch positive Entwicklungen im Spielverlauf. „In der Offensive haben wir gemerkt, dass Real dann irgendwann müde wurde. Wir haben sie tief gedrängt, ohne dass wir sie großartig ausspielen konnten, und mussten immer wieder diesen Gegenkonter im Kopf haben.“

Die Partie entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch, in dem taktische Disziplin und mentale Stärke gleichermaßen gefragt waren. Am Ende war es genau diese Kombination, die den Unterschied machte. „Aber irgendwann hat sich dann eben auch mit der gelb-roten Karte […] dieser Wille und diese Bereitschaft bis zum Ende dann gezeigt und auch gelohnt worden.“

Der FC Bayern hat damit nicht nur sportlich überzeugt, sondern auch ein klares Signal an die Konkurrenz gesendet. Dieses Team ist bereit für mehr – und im Halbfinale längst noch nicht am Ende angekommen.

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