„Fände es fahrlässig“: Babbel wird deutlich bei Eberls Bayern-Zukunft

Tim Schoster
Foto: IMAGO

Die Zukunft von Max Eberl beim FC Bayern bleibt weiterhin eines der spannendsten Themen hinter den Kulissen an der Säbener Straße. Während der Sportvorstand sportlich zuletzt viele Argumente auf seiner Seite gesammelt hat, ist eine Vertragsverlängerung über 2027 hinaus weiterhin offen.


Nach Informationen der Sport BILD stehen die Chancen auf eine Ausdehnung der Zusammenarbeit derzeit bei etwa 50:50. Obwohl Eberls Vertrag noch bis zum 30. Juni 2027 läuft und eine Verlängerung aus aktienrechtlichen Gründen erst später konkret werden kann, wird die Personalie intern bereits intensiv diskutiert.

Sportlich spricht vieles für den 52-Jährigen. Der FC Bayern spielt eine überzeugende Saison. Zudem gelten die Verpflichtung von Vincent Kompany sowie Transfers wie Michael Olise, Luis Díaz und Jonathan Tah intern als Treffer. Dennoch scheint die endgültige Entscheidung über Eberls Zukunft noch nicht gefallen zu sein.

Babbel sieht funktionierendes System beim FC Bayern

Markus Babbel kann die Diskussionen um die Personalie Eberl vor diesem Hintergrund nur schwer nachvollziehen. In seiner Kolumne für die SPORT BILD stellte der frühere Bayern-Profi klar, dass der aktuelle Erfolg der Münchner auf mehreren Schultern verteilt ist.

„Und berechtigterweise reden sie über Vincent Kompany. Aber das ist ja keine One-Man-Show, sondern da sind auch noch Leute im Hintergrund“, erklärte Babbel und rückte damit die Arbeit der Verantwortlichen abseits des Rasens in den Fokus.

Dabei nahm der 53-Jährige insbesondere Max Eberl in Schutz. „Und da gehört der Maxi eben auch mit dazu, die wahnsinnig viel dazu beitragen, dass a) die Mannschaft super dasteht und b) der Trainer super dasteht – und sich trotzdem im Hintergrund halten“, betonte Babbel.

Aus seiner Sicht präsentiert sich der FC Bayern aktuell als geschlossen auftretendes Konstrukt. Die Zusammenarbeit innerhalb der Führungsebene wirke harmonisch und zielführend. „Ich sehe ein Team, das total funktioniert“, so der ehemalige Nationalspieler.

Deutliche Warnung vor möglichen Veränderungen

Max Eberl
Foto: IMAGO

Entsprechend deutlich fiel auch Babbels Warnung aus, die bestehende Struktur leichtfertig zu verändern. Gerade nach den turbulenten Jahren in der Bayern-Führung plädiert er klar für Kontinuität.

„Und ich fände es fast fahrlässig, dieses Team jetzt auseinanderzusprengen und zu meinen, man holt wieder jemanden, bei dem man nicht weiß: Was bekommt man da für einen Charakter, was bekommt man da für einen Menschen? Passt er überhaupt in dieses Team hinein?“, erklärte Babbel.

Für ihn ergibt sich daraus eine klare Empfehlung: „Warum sollte man das jetzt nicht verlängern? Für mich macht das überhaupt keinen Sinn.“ Vielmehr sei die aktuelle Konstellation ein entscheidender Faktor für den sportlichen Erfolg der Münchner.

Besonders hebt Babbel hervor, dass die Bayern-Führung aktuell geschlossen auftrete – ein Umstand, der in der Vergangenheit nicht immer gegeben war. „Sie sprechen eine Sprache – und da haben wir ja auch schon einen anderen FC Bayern in der Vergangenheit erlebt. Jetzt sprechen sie wieder eine Sprache. Und ich fände es fahrlässig, das auseinanderzusprengen.“

Die kommenden Monate dürften zeigen, welchen Kurs der FC Bayern einschlägt. Klar ist jedoch: Stimmen wie die von Markus Babbel erhöhen den Druck auf die Verantwortlichen, den eingeschlagenen Weg nicht vorschnell zu verlassen.

Teile diesen Artikel