Ist Olise wirklich unverkäuflich für Bayern? Transfer-Experte hält dagegen

Tim Schoster
Foto: Getty Images

Michael Olise bleibt eines der prägendsten Gesichter beim FC Bayern – sportlich wie auch auf dem Transfermarkt. Seit seinem Wechsel von Crystal Palace hat sich der französische Offensivspieler rasant entwickelt und ist aus dem Angriffsspiel der Münchner kaum mehr wegzudenken.


Mit seinen Leistungen hat sich der 24-Jährige nicht nur in München unverzichtbar gemacht, sondern auch das Interesse zahlreicher europäischer Topklubs geweckt. Immer wieder werden Real Madrid oder der FC Liverpool mit Olise in Verbindung gebracht. Zusätzliche Brisanz erhielt die Debatte zuletzt durch Aussagen von Marcel Desailly, der erklärte: „Ich bin mir nicht sicher, ob er lange bei Bayern München bleiben wird.“

Trotz dieser Spekulationen bemühen sich die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters um klare Kante. Intern wie extern wird Olise als „unverkäuflich“ eingestuft – eine Formulierung, die jedoch nicht unumstritten ist.

Insier relativiert Bayern-Haltung deutlich

Transfer-Experte Florian Plettenberg hat die Situation nun im SPORT1-Doppelpass eingeordnet und dabei eine differenzierte Sichtweise präsentiert. „Ich bin kein Freund des Begriffs ‚unverkäuflich‘. Im Fall von Olise wird dieses Wort aktuell häufig verwendet, aber am Ende ist im Fußball kein Spieler wirklich unverkäuflich“, erklärte der Sky-Reporter.

Damit stellt Plettenberg die grundsätzliche Haltung der Münchner nicht infrage, rückt sie jedoch in einen realistischeren Kontext. Besonders mit Blick auf mögliche Rekordsummen wird deutlich, dass auch beim FC Bayern wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle spielen könnten.

„Wenn irgendwann ein Verein auf die Idee kommt, 200 oder 250 Millionen Euro zu bieten, dann werden sich auch die Verantwortlichen beim FC Bayern – also Eberl, Freund und Hoeneß – zusammensetzen und das zumindest besprechen“, so Plettenberg weiter.

Gleichzeitig betonte er, dass es aktuell keinerlei konkrete Angebote in dieser Größenordnung gebe.

Bayern setzt auf klare Linie – Vertragsverlängerung im Fokus

Michael Olise
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Nach Einschätzung des Transfer-Experten verfolgt der FCB mit seiner öffentlichen Kommunikation auch eine strategische Linie. Der Begriff „unverkäuflich“ diene in erster Linie dazu, potenzielle Interessenten abzuschrecken und den Markt zu beruhigen.

„Insofern ist das ‚unverkäuflich‘ eher eine Art Schutzmechanismus, um andere Interessenten auf Abstand zu halten. Stand jetzt bleibt er zu 100 Prozent. Eine Ausstiegsklausel gibt es nicht. Stattdessen ist eher zu erwarten, dass Bayern den Vertrag verlängert und das Gehalt anpasst“, erklärte Plettenberg.

Auch sportlich gibt es aktuell keinerlei Zweifel an Olises Stellenwert. Der Franzose überzeugt nicht nur mit seinen technischen Fähigkeiten, sondern auch mit seiner Mentalität. Trotz zahlreicher Fouls bleibt der Offensivspieler ruhig und fokussiert – eine Eigenschaft, die ihn intern besonders wertvoll macht.

Sportvorstand Max Eberl reagierte zuletzt ebenfalls gelassen auf die anhaltenden Spekulationen. „Alles, was um uns herum passiert, lassen wir an uns abperlen“, stellte der 52-Jährige klar. Gleichzeitig wertete er das Interesse als positives Signal: „Wir freuen uns sehr, dass so positiv über ihn gesprochen wird.“

Klar ist: Michael Olise gehört aktuell zu den wichtigsten Bausteinen beim FC Bayern. Und auch wenn das Wort „unverkäuflich“ im modernen Fußball mit Vorsicht zu genießen ist, gibt es derzeit keinerlei Anzeichen dafür, dass sich daran kurzfristig etwas ändern könnte.

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