Neuer Transfer-Zoff beim FC Bayern? Gordon-Transfer sorgt für Spannungen

Vjekoslav Keskic
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Der FC Bayern arbeitet mit Hochdruck an seiner Kaderplanung für die kommende Saison – doch im Fall Anthony Gordon droht ein interner Konflikt.


Übereinstimmenden Medienberichten zufolge gilt der englische Nationalspieler von Newcastle United als Wunschlösung für die offensive Außenbahn. Während Trainer Vincent Kompany und die sportliche Führung den Transfer vorantreiben, stellt sich der Aufsichtsrat quer.

Aufsichtsrat zieht klare Grenze bei Mega-Transfers

Der Hintergrund ist vor allem finanzieller Natur. Newcastle fordert dem Vernehmen nach rund 90 Millionen Euro für den 25-Jährigen – eine Summe, die an der Säbener Straße aktuell auf Widerstand stößt. Nach Informationen von SPORT1 ist der Aufsichtsrat nicht bereit, eine derart hohe Ablöse freizugeben. Damit deutet sich ein Szenario an, das beim deutschen Rekordmeister zuletzt bereits für Diskussionen gesorgt hatte.

Erst im vergangenen Sommer war ein möglicher Transfer von Xavi Simons intern gescheitert. Damals hatten sich Max Eberl, Christoph Freund und auch Kompany klar für eine Verpflichtung ausgesprochen. Klub-Patron Uli Hoeneß legte jedoch sein Veto ein – die geforderte Ablöse war aus Sicht der Klubführung zu hoch. Simons wechselte daraufhin für rund 70 Millionen Euro von RB Leipzig zu Tottenham Hotspur.

Kompany drängt – doch die Struktur bremst

Vincent Kompany
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Auch im Fall Gordon zeigt sich ein ähnliches Spannungsfeld. Kompany gilt als großer Befürworter des Transfers, der flexible Offensivspieler würde ideal in das dynamische System des Belgiers passen. Gordon bringt Tempo, Eins-gegen-eins-Stärke und Torgefahr mit – Attribute, die im aktuellen Bayern-Kader gefragt sind.

Doch die strategische Ausrichtung des Klubs spricht derzeit gegen einen solchen Deal. Die Münchner planen im Sommer keine großen Ausgaben, sondern wollen gezielt und punktuell verstärken. Hinzu kommt die klare Vorgabe, zunächst Transfererlöse zu generieren, bevor neue Investitionen getätigt werden.

Die Gemengelage ist damit klar: Während die sportliche Leitung und der Trainerstab einen Top-Transfer forcieren, setzt die Klubführung auf finanzielle Disziplin. Ob sich beide Seiten auf einen Kompromiss einigen können, bleibt offen.

Klar ist jedoch: Sollte Newcastle bei seiner Ablöseforderung bleiben, dürfte ein Wechsel von Gordon nach München schwer zu realisieren sein. Und an der Säbener Straße könnte sich einmal mehr zeigen, dass nicht nur auf dem Platz um jeden Zentimeter gekämpft wird – sondern auch in den Entscheidungsräumen des Klubs.

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