Beim FC Bayern wird hinter den Kulissen intensiv über die Zukunft der sportlichen Führung diskutiert. Vor der Aufsichtsratssitzung am Montag steht vor allem Sportvorstand Max Eberl erneut im Fokus – und der Druck auf den 52-Jährigen wächst spürbar.
Während die Saison sportlich fast abgeschlossen ist, beginnen an der Säbener Straße bereits die entscheidenden Wochen für die Zukunftsplanung. Der Aufsichtsrat um Präsident Herbert Hainer, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge wird dabei nicht nur die aktuelle sportliche Lage analysieren, sondern auch die Arbeit des Vorstands bewerten.
Im Fokus stehen dabei auch die auslaufenden Verträge von CEO Jan-Christian Dreesen, Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund, die allesamt im Sommer 2027 auslaufen.
Eberl steht unter besonderer Beobachtung
Im Gegensatz zu Dreesen und Freund gilt eine Verlängerung bei Eberl keineswegs als selbstverständlich. Bereits seit seinem Amtsantritt im März 2024 steht der ehemalige Gladbach- und Leipzig-Manager intern unter besonderer Beobachtung.
Immer wieder gab es Kritik an seiner Transferpolitik und seinem Verhandlungsstil. Laut SPORT1 wird Eberl intern unter anderem vorgeworfen, sich in Gesprächen mit Beratern zu schnell beeinflussen zu lassen und nicht konsequent genug zu verhandeln.
Gerade die teuren Vertragsverlängerungen der vergangenen Monate sorgen offenbar weiterhin für Diskussionen innerhalb der Klubführung. Kritiker werfen ihm vor, zu sehr auf „Schmusekurs“ zu setzen und dadurch unnötig hohe Kosten verursacht zu haben.
Auch die Kaderplanung vor der laufenden Saison wird intern teilweise kritisch bewertet. Laut Bericht sprechen Insider sogar von einer „teilweise chaotischen“ Transferphase.
Trotz der internen Diskussionen erhält Eberl aber auch Unterstützung. Vor allem die Verpflichtung von Vincent Kompany wird ihm hoch angerechnet. Zudem gilt der Transfer von Michael Olise als großer Erfolg des Sportvorstands.
Uli Hoeneß hatte zuletzt bei DAZN ausdrücklich betont: „Das war eine Entscheidung, die im Grunde auf Max zurückgeht.“ Ein wichtiges Signal im internen Machtgefüge des FC Bayern.
Denn an der Säbener Straße spielt auch die Frage eine große Rolle, wer für welche Entscheidungen und Erfolge verantwortlich gemacht wird.
Transfersommer wird entscheidend

Akut um seinen Job bangen muss Eberl aktuell zwar nicht. Laut Vereinsstatuten darf über eine mögliche Zukunft ohnehin erst ein Jahr vor Vertragsende konkret gesprochen werden.
Dennoch ist klar: Der kommende Transfersommer dürfte für den Sportvorstand richtungsweisend werden. Die Bayern-Bosse wollen sehen, ob Eberl die angekündigte Kaderanpassung erfolgreich umsetzen kann – inklusive möglicher Verkäufe und gezielter Verstärkungen.
Vor allem in der Offensive sowie auf der Rechtsverteidigerposition besteht Handlungsbedarf. Gleichzeitig soll die Gehaltsstruktur künftig wieder stärker kontrolliert werden.
Eberl bekommt damit die Chance, sich nachhaltig zu beweisen. Klar ist aber auch: Die kommenden Monate könnten entscheidend dafür werden, ob er beim FC Bayern langfristig das Vertrauen der mächtigen Klubführung gewinnt.

