Nach Aus der Bayern gegen PSG: Rummenigge übt deutliche Kritik

Sebastian Mittag
Foto: IMAGO

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Das Champions-League-Aus gegen Paris Saint-Germain wirkt beim FC Bayern weiter nach. Karl-Heinz Rummenigge übt nun deutliche Kritik an den Handspiel-Regeln und dem VAR.

Die Diskussionen rund um die strittigen Schiedsrichterentscheidungen im Champions-League-Halbfinale zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain reißen nicht ab. Nun hat sich auch Karl-Heinz Rummenigge deutlich zu Wort gemeldet.


Der ehemalige Vorstandschef der Münchner kritisierte vor allem die aktuellen Handspiel-Regeln scharf. Im Gespräch mit dem kicker erklärte der 70-Jährige: „Unser Spiel gegen PSG hat wieder einmal gezeigt, wie groß und dringlich der Reformbedarf dieser Handspielregel ist.“

Besonders die vielen Interpretationsmöglichkeiten stören den heutigen Bayern-Aufsichtsrat: „Sie muss unbedingt wieder vereinfacht werden. Ich habe noch nie in einem Stadion derartige Diskussionen rund um ein Handspiel erlebt wie letzten Mittwoch“, sagte Rummenigge.

Zwar räumte er ein, dass die Entscheidungen regelkonform gewesen sein könnten, doch genau darin sieht er das eigentliche Problem. „Dann muss man schlussfolgern: Beim Handspiel haben die internationalen Regelhüter viel zu viele Ausnahmen geschaffen.“

„Heute gibt es fast nur noch Grau“

Rummenigge fordert deshalb eine klare Rückkehr zu einfacheren Regeln. „Der Graubereich ist mittlerweile zu groß, die Regeln sind zu schwammig, das ergibt einen zu großen Interpretationsspielraum. Eine Vereinfachung wäre im Sinne des Fußballs zwingend notwendig.“

Aus Sicht des Bayern-Bosses sollte die Bewertung eines Handspiels deutlich einfacher sein. „Aus meiner Sicht liegt ein Handspiel vor, wenn Absicht dahintersteckt oder wenn jemand seine Körperfläche völlig unnatürlich zu seinem Vorteil beziehungsweise zum Nachteil des Gegners vergrößert. Ganz einfach.“

Besonders kritisch sieht Rummenigge die Entwicklung der vergangenen Jahre: „Zu meiner Zeit gab es bei Handspiel Schwarz und Weiß – heute gibt es fast nur noch Grau.“

Deshalb fordert er schnelle Reformen – idealerweise noch vor der kommenden Weltmeisterschaft. „Sonst wird es auch dort eine Flut von fragwürdigen Hand-Entscheidungen geben, die am Ende mit darüber entscheiden, wer Weltmeister wird.“

Rummenigge fordert mehr Macht für den VAR

Gleichzeitig sprach sich Rummenigge klar für den Videoassistenten aus – allerdings mit veränderten Kompetenzen: „In den meisten Fällen greift der VAR ja nicht unbegründet ein“, erklärte der ehemalige Bayern-Vorstand. Deshalb plädiert er dafür, dass die finale Entscheidung künftig direkt im Kölner Keller getroffen wird: „Also sollte im Keller auch die finale Entscheidung getroffen werden, dort arbeiten alles qualifizierte Menschen.“

FC Bayern vs. PSG
Foto: Getty Images

Aus seiner Sicht würde das auch die Schiedsrichter auf dem Platz entlasten: „Uns wird oftmals ein überflüssiges Schauspiel geliefert, das nur Zeit kostet und einen Mann in die Verantwortung bringt, der nicht mehr exklusiv verantwortlich ist.“

Eine Abschaffung des VAR lehnt Rummenigge dagegen klar ab: „Ich habe leider in meiner Karriere als Spieler und im Management viel zu viele Fehlentscheidungen erlebt. Ich war immer ein großer Befürworter der Technik“, betonte der frühere Weltklassestürmer.

Für ihn bleibt klar: „Der VAR macht den Fußball seriöser und fairer.“

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