Der Hamburger SV hat einen bemerkenswerten Coup gelandet. Kathleen Krüger verlässt nach mehr als 20 Jahren den FC Bayern und wird neue Sportvorständin beim Bundesliga-Aufsteiger.
Damit schreibt der HSV gleichzeitig Bundesliga-Geschichte: Krüger wird die erste feste Sportvorständin im deutschen Oberhaus.
Die 40-Jährige war zuletzt beim FC Bayern als Leiterin Organisation und Infrastruktur tätig und genoss intern wie extern einen hervorragenden Ruf. Nun folgt sie in Hamburg auf Stefan Kuntz, von dem sich der Klub bereits im Januar getrennt hatte.
Beim HSV soll Krüger künftig die strategische sportliche Ausrichtung des Vereins verantworten. Sportdirektor Claus Costa bleibt weiterhin für die operative Kaderplanung zuständig.
HSV-Aufsichtsratschef Michael Papenfuß zeigte sich begeistert von der Verpflichtung: „Mit Kathleen Krüger gewinnt der HSV eine profilierte Persönlichkeit, die über viele Jahre hinweg beim FC Bayern München auf höchstem internationalen Niveau gearbeitet hat.“
Besonders hob Papenfuß ihre Erfahrung in einem emotionalen Spitzenumfeld hervor: „Sie vereint sportliche Kompetenz, strategisches Denken und eine hohe Kommunikationsfähigkeit.“
Krüger: „Ein echtes Privileg“
Auch Krüger selbst äußerte sich voller Vorfreude zu ihrer neuen Aufgabe.
„Ich freue mich sehr über das Vertrauen. Es ist ein echtes Privileg, den Hamburger SV künftig auf sportlicher Ebene entscheidend mitprägen zu dürfen“, erklärte die ehemalige Bayern-Funktionärin.
Zugleich lobte sie die Entwicklung des Traditionsvereins in den vergangenen Jahren ausdrücklich.
Vom Bayern-Profi zur Spitzenfunktionärin

Krüger kennt den FC Bayern wie kaum jemand sonst. Bereits als Spielerin war sie für die Frauenmannschaft der Münchner aktiv und absolvierte insgesamt 33 Bundesliga-Spiele.
Nach ihrem Karriereende im Jahr 2009 wechselte sie direkt in den Funktionärsbereich. Zunächst arbeitete sie als Assistentin des damaligen Sportdirektors Christian Nerlinger, ehe sie 2012 Teammanagerin der Profimannschaft wurde.
In dieser Rolle war sie über Jahre hinweg regelmäßig in der Coaching Zone an der Seitenlinie zu sehen und entwickelte sich zu einer der wichtigsten organisatorischen Figuren beim Rekordmeister.
2024 erfolgte schließlich der Aufstieg zur Leiterin Organisation und Infrastruktur.
HSV setzt bewusst auf neues Profil
HSV-Präsident Henrik Köncke betonte, dass Krüger sich in einem intensiven Auswahlprozess klar durchgesetzt habe.
„Wir haben über Monate zahlreiche Gespräche geführt und unterschiedliche Profile intensiv geprüft“, erklärte Köncke. „Kathleen Krüger hat menschlich und fachlich überzeugt und mit einem klaren Konzept herausgestochen.“
Für den FC Bayern bedeutet ihr Abschied den Verlust einer langjährigen und intern hoch geschätzten Führungskraft. Für den HSV dagegen ist die Verpflichtung ein starkes Signal – sportlich wie strukturell.

